Ernährungsinformationen
Eltern deuten Beschriftungen von Nahrungsmitteln falsch
Neun von zehn Eltern, die von der British Heart Foundation (BHF) befragt wurden, können die Etiketten auf Kindernahrungsmitteln nicht richtig deuten.
Als Beispiel führt die BHF den Irrglauben vieler Mütter an, Bezeichnungen wie „enthält eine Quelle von Calcium, Eisen und sechs Vitaminen“ deuten auf gesunde Lebensmittel hin. Das Durcheinander von unterschiedlichen Beschriftungen und Kennzeichnungen verwirre die Kunden und spiegele ihnen falsche Tatsachen vor. Die Lebensmittelproduzenten zeigen sich der BHF zufolge überrascht und versichern, dass ihre Lebensmittelkennzeichnungen nicht irreführend sind.
Die Befragung ergab jedoch, dass 76 Prozent der Mütter bei der Aufschrift "Vollkorn" automatisch annehmen, dass das ganze Produkt gesund sei. Tatsächlich jedoch können entsprechende Kindernahrungsmittel wie etwa diverse populäre Frühstückszerealien Unmengen an Zucker enthalten. Der Aufdruck „enthält eine Quelle von Calcium, Eisen und sechs Vitaminen“ wiederum ziert Milch-Riegel, die von 63% der Mütter in der Annahme gekauft werden, dass es sich um eine gesunde Leckerei handelt. 100g der süßen Riegel enthalten jedoch mitunter mehr Fett und Zucker als ein herkömmlicher Schokoladenkuchen. Fast drei von fünf Befragten nahmen außerdem an, dass die Bemerkung "keine künstlichen Aromen und Farbstoffe enthalten" ein weiteres Indiz für gesunde Kost ist.
Peter Hollins von der BHF sagt, dass sich viele Eltern von Lebensmittelherstellern hinters Licht führen lassen. Der hohe Gehalt an Zucker oder Fett zahlreicher Kindernahrungsmittel wird hinter vermeintlich aussagekräftigen Botschaften versteckt, die suggerieren, dass es sich um gesunde Nahrungsmittel handelt. Werden solche Nahrungsmittel regelmäßig gegessen, kann das auf lange Sicht ernsthafte Auswirkungen auf die Gesundheit der Kinder haben. Experten fordern eine vereinheitliche Reglung für die Ausweisung und Etikettierung von Nahrungsmitteln, damit die Verwirrung der Kunden ein Ende hat.



