Studie
Forscher entschlüsseln Krebs-Genom
Forschern ist es gelungen, den gesamten genetischen Code von Lungen- und Hautkrebs zu entschlüsseln. Das Ergebnis könnte die Krebstherapie revolutionieren.
Die Kartierung wird nicht nur den Weg für Bluttests ebnen, die die Früherkennung von Tumoren erheblich verbessern, sondern außerdem Angriffspunkte für neue Medikamente liefern. Weltweit machen sich Forscher daran, jene Gene zu katalogisieren, die bei vielen Krebsarten fehlerhaft sind. Um diese Herkulesarbeit zu stemmen, benötigen die Forscher vom Internationalen Krebsgenomprojekts mindestens 5 Jahre und die eine und andere Finanzspritze. Sobald es jedoch geschafft ist, können die Patienten von den damit verbundenen Entwicklungen profitieren.
Professor Michael Stratton erklärt in einem Interview mit BBC, dass die Gen-Kataloge das Verständnis von Krebserkrankungen verändern werden. „Durch die Identifizierung der Krebsgene werden wir in der Lage sein, neue Medikamente zu entwickeln, die genau auf die entsprechenden mutagenen Gene abzielen.“ Der Leiter des britischen Forscherteams träumt bereits von einer Zeit, in der die Krebsbekämpfung auf Grundlage der Kataloge Routine geworden ist. Es sei sogar denkbar, Bluttests für gesunde Erwachsene zu entwickeln, die nach verdächtigen Genen suchen.
Die Forscher untersuchten den DNA-Code des schwarzen Hautkrebs und fanden mehr als 30.000 Fehler, die fast ausnahmslos auf zu viel Sonneneinstrahlung zurückzuführen sind. Die DNA des Lungenkrebs zeigte mehr als 23.000 Fehler, die wiederum zu großen Teilen auf das Konto von Zigarettenrauch gehen. Die Experten schätzen, dass sich ein Raucher mit jeder 15. Zigarette eine frische Mutation einhandelt. Obwohl viele dieser Mutationen harmlos sind, sind manche in der Lage, Krebs auszulösen. Die Forscher erklären, dass es dank des Gen-Katalogs eines Tages möglich sein wird, genau herauszufinden, welche Faktoren des Lebensstils und des Milieus die Entstehung welcher Krebsarten begünstigen.




