Alkohol
Schlafqualität wird durch hohen Konsum beeinträchtigt
Eine Umfrage in England ergab: Viele Menschen, die regelmäßig trinken, wissen nicht, dass der Alkohol Trinkfreudige um die nötige REM-Phase ihres Schlafs bringt.
Die Hälfte der 2000 befragten Trinker hatten mit Müdigkeit und Abgeschlagenheit zu kämpfen, wenn sie am Tag zuvor mehr als die empfohlene Tagesmenge getrunken hatten. Um so verblüffender, dass stolze 58 Prozent der Befragten nicht wussten, dass übermäßiger Alkoholkonsum Schlafstörungen verursachen kann. Die Befragung des britischen YouGov für die "Know Your Limits" Kampagne startete vor drei Jahren.
Die Befragung ergab, dass die meisten Trinker nicht darüber im Bilde sind, dass die Dehydratation durch Alkoholgenuss den Schlaf beeinträchtigen kann. Alkohol verhindert z.B. die Freisetzung von Vasopressin aus dem Gehirn. Das Hormon ist unerlässlich für den Wasserhaushalt des Organismus. Es regt die Nieren dazu an, Wasser zu reabsorbieren, das sonst in die Blase weiterwandern und so dem Körper verloren gehen würde. Zu wenig Vasopressin im Blut bedeutet im Umkehrschluss vermehrte Toilettengänge und ein erhöhtes Risiko für Kopfschmerzen.
Hoher Alkoholkonsum stört außerdem die REM-Phase des Schlafs, die nötig ist für einen erholsamen Schlummer. Nach einem hochprozentigen Umtrunk fällt der Körper direkt in den Tiefschlaf. REM-Schlaf setzt erst wieder ein, wenn der Alkohol abgebaut ist. Die Forscher raten dringend dazu, die empfohlene Höchstmenge an Alkohol nicht zu überschreiten, damit der erholsame Schlaf eine Chance hat.
Jessica Alexander, Pressesprecherin des englischen Sleep Council, sagt: „Viele Menschen denken, Alkohol verhelfe ihnen zu einem guten Schlaf. Tatsächlich ist er jedoch ein wahrer Ruheräuber, denn er stört zahlreiche chemische Prozesse des Körpers, die nötig sind für eine erholsame Nachtruhe.“ Sie fügt an, dass sich Menschen, die nächtelang keine oder nur wenige REM-Phasen erleben, nicht nur um schöne Träume bringen, sondern außerdem ernsthafte gesundheitliche Folgen riskieren, wie massige Konzentrationsschwierigkeiten, Gedächtnisprobleme und eine erhöhte Stressanfälligkeit.



