Wie gesund sind Kinderlebensmittel?
Das falsche Spiel mit der Fürsorge der Eltern.
Kinderwurst als Schmetterlinge oder Bärengesichter. Nett anzusehen doch ansonsten völlig überflüssig - das ergab eine Untersuchung der Fachzeitschrift Ökotest.
Farbenfroh und formschön kommt sie daher, die Wurst fürs Kind, die abgepackt in den Kühlregalen oder frisch geschnitten beim Lieblingsmetzger liegt. Die Kinder solls begeistern, den Eltern ein gutes Gefühl bescheren. Denn in der bunten Kinderwurst, die nichts anderes als herkömmliche Brühwurst ist, sollen Vitamine und Kalzium für den immerwährenden Gesundheitssegen sorgen. Die Zeitschrift Ökotest (Ausgabe Juli 2007) hat zehn Kinderwurstprodukte nun unter die Lupe genommen. Keine der Marken war ungenießbar oder verdorben. Zwei Produkte bekamen aufgrund der erhöhten Keimzahlen gegen Ende des Mindesthaltbarkeitsdatums die Gesamtnote "ausreichend" oder "mangelhaft".
Das wars auch schon mit den guten Nachrichten. Denn die vermeintlich gesunden Zusätze, die in zahlreichen Kinderwurstsorten stecken, dienen schlichtweg der "Irreführung der Verbraucher". Im Testurteil heißt es: "Diese Zusätze sind völlig überflüssig, da Kinder bei einer ausgewogenen Ernährung mit Vitaminen und Mineralstoffen ausreichend versorgt sind."
Viele Ernährungswissenschaftler gehen noch einen Schritt weiter und stellen die ganze Produkt-Philosophie der so genannten Kinderlebensmittel in Frage. Wer sein Kind
gesund ernähren möchte, braucht dazu keine speziellen Kinderlebensmittel", erklärt Alexandra Renkawitz, Ernährungswissenschaftlerin beim Deutschen Grünen Kreuz e. V. Darüber hinaus verleiten die vermeintlich kindergerechten Lebensmittel zum hemmungslosen Naschen und Snacken. Oft seien die Nahrungsmittel für den Nachwuchs wahre Kalorienbomben, die zum vieldiskutierten pfundigen Problem der deutschen Kinder und Jugendlichen beitragen. Und nur weil der Limo oder Schokolade Vitamine und Mineralstoffe beigesetzt sind, wird der enthaltene Zucker oder das Fett nicht gesünder.
Auch das Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund kommt zu dem ernüchternden Urteil: "Gesunde Lebensmittel wie Milch oder Getreide werden in Form der Kinderlebensmittel in ihrer ungesündesten Version angeboten."




