Schmerztherapie bei Krebs
Metastasen im Knochen: Radioaktive Substanzen lindern den Schmerz
Krebsabsiedlungen in den Knochen können im fortgeschrittenen Stadium einer Krebserkrankung erhebliche Schmerzen bereiten. Herkömmliche Schmerzmittel reichen hier oftmals nicht aus oder müssen so hoch dosiert werden, dass erhebliche Nebenwirkungen auftreten. Eine Alternative ist die Gabe radioaktiver Substanzen, die sich im Knochen anreichern und hier die Krebszellen und damit die Schmerzen gezielt bekämpfen.
Bei der so genannten Radionuklidtherapie macht man sich zu nutze, dass in den Tochtergeschwülsten im Skelett der Stoffwechsel erheblich gesteigert ist. Dafür wird Phosphor benötigt, das vermehrt vom Tumor aufgenommen wird. Die Radionuklide Strontium, Rhenium oder Samarium werden an Phosphor gekoppelt und gelangen so in die Knochentumoren, wo sie zerfallen und dabei radioaktive Strahlung freisetzen.
Der Wirkstoff wird über die Armvene in den, Blutkreislauf gespritzt und findet von dort allein den Weg zum befallenen Knochen. Der Rest der radioaktiven Substanz wird über die Nieren ausgeschieden. Da die Reichweite der Radionuklide nur wenige Millimeter beträgt, sind Strahlenschäden am umliegenden Gewebe nicht zu befürchten. Auch Haarausfall oder Übelkeit treten nicht auf. Die wichtigste Nebenwirkung ist eine vorübergehende Veränderung des Blutbilds, das der Arzt daher regelmäßig kontrolliert.
Bei etwa 70 bis 80 Prozent der betroffenen Patienten kommt es durch die Radionuklidtherapie zu einer deutlichen Verminderung der Schmerzen. Nach der einmaligen Injektion setzt die Wirkung etwa nach einer Woche ein und hält über mehrere Monate an. Eine Heilung des fortgeschrittenen Krebsleidens kann aber auch durch die Radionuklidtherapie nicht erreicht werden.




