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Speiseeis

Es muss nicht immer fett sein

Schon die Kaiser im alten Rom wussten den Genuss von Speiseeis zu schätzen. Heute ist das fürstliche Privileg ein Massenkonsumgut: Ein Sommer ohne Speiseeis ist für Groß und Klein nicht mehr vorstellbar. Eis ist beliebt, denn es steht im Ruf, eine gesunde Süßigkeit zu sein. Doch ist die Schleckerei mit ihren rund 70 Geschmackssorten wirklich so unbedenklich?

Speiseeis als gesundes Lebensmittel zu bezeichnen, hält Sven David Müller von der Gesellschaft für Ernährungsmedizin & Diätetik (D.I.E.T.) für gewagt. So müssen Allergiker auf Zusätze wie Farb-, Aroma- und Konservierungsstoffe sowie Geliermittel achten. Vor allem aber sei die kalte Süßigkeit reich an Kalorien, Zucker, tierischen Fetten und Cholesterin.

Trotzdem lohnt es sich, die sieben verschiedenen Eissorten, zwischen denen Lebensmittel-Experten unterscheiden, genauer unter die Lupe zu nehmen.

Relativ fettarm: Milch- und Fruchteis

So weist Eiscreme einen Milchfettanteil von mindestens zehn Prozent auf. Bei 60 Prozent des industriell hergestellten Speiseeises handelt es sich um Eiscreme. Einfacheiscreme enthält mindestens drei Prozent Milchfett.



Besonders fett ist Rahmeis: Es enthält mindestens 60 Prozent Schlagsahne. Auch Cremeeis hat es in sich: Zwar besitzt es einen Milchanteil von mindestens 50 Prozent. Doch kommt auf einen Liter Milch zusätzlich mindestens 270 Gramm Vollei oder 90 Gramm Eigelb.

Doch Eis ist nicht grundsätzlich eine Fettfalle: So besitzt Milcheis, das hauptsächlich in Eisdielen verkauft wird, einen Milchanteil von mindestens 70 Prozent. Es ist deshalb verhältnismäßig fettarm: Beim Verzehr von 75 Gramm Milcheis kommen Schleckermäuler auf 95 Kalorien - bei Eiscreme hingegen auf 150 Kalorien. Die Eisdielen-Kugeln sind wegen ihres hohen Milchanteils zudem reich an Kalzium, Vitaminen und Eiweiß.

Auch saures Fruchteis schont die Figur, denn der Anteil des Obstes muss bei mindestens zehn Prozent liegen. Von Frucht-Sorbet reden Experten, wenn 25 Prozent der Masse aus Früchten besteht.

Vorsicht vor dunklen Rändern

85 Prozent des Speiseeises, das die Deutschen verzehren, wird industriell hergestellt. Der Rest entsteht in Eisdielen. Die Lebensmittelbehörden kontrollieren die Cafés streng, trotzdem warnt die D.I.E.T. vor der Gefahr möglicher bakterieller Verschmutzungen - auch bei industriell hergestelltem Eis. "Eis bietet einen idealen Nährboden für Mikroorganismen", sagt Sven David Müller. Insbesondere bei Softeis, das meistens aus Milcheis besteht, gebe es ein hohes Infektionsrisiko: Es wird mit angesaugter Luft hergestellt, dabei können Salmonellen aus der Umgebung in das Eis gelangen.

Zudem stellen laut D.I.E.T. auch Aufbewahrung und Transportwege ein Risiko dar: Wird der Kühlungsprozess unterbrochen, können sich bereits eingedrungene Bakterien ungehindert vermehren. Freunde des süßen Schleckvergnügens sollten deshalb darauf achten, dass Eis während der Fahrt zum heimischen Kühlschrank nicht antaut.

Auch eine richtige Lagerung im Kühlregal des Supermarktes sei wichtig. Weist das gekaufte Eis dunkle Ränder auf, sollten Verbraucher besser die Finger davon lassen. Auch in Eisdielen empfiehlt es sich, die hygienischen Verhältnisse - soweit möglich - im Blick zu behalten.

Das Risiko, auf verdorbenes Eis zu treffen, ist allerdings recht gering: Die Deutsche Lanwirtschafts-Gesellschaft (DLG) hat vor kurzem 262 industriell hergestellte Speiseeissorten getestet und dabei nur in fünf Proben zu hohe Keimzahlen festgestellt.


Autor: Springer Medizin
Stand: Aug 29, 2007


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