Liebstöckel
Erfreut Gaumen und Gesundheit
Den volkstümlichen Beinamen "Maggikraut" verdankt der Liebstöckel seiner Ähnlichkeit mit dem Geruch und Geschmack der berühmten Suppenwürze. Für deren Herstellung wurde er zwar nie verwendet, aber der regelmäßige Genuss des Gewürzkrautes empfiehlt sich aus ganz anderen Gründen: Liebstöckel verfeinert Suppen und Quarkspeisen, hilft entzündeter Haut und fördert die Verdauung.
Schon Neros Leibarzt Dioscorides vermutete, dass der Liebstöckel ungewöhnliche Auswirkungen auf den menschlichen Organismus haben könnte: "Wurzel und Samen treiben den Harn und verhelfen Männern und Frauen nicht nur zu unkeuschen Gelüsten, sie tun es dann auch mit Begierde und Wonnen." Viele Jahrhunderte später verordnete Hildegard von Bingen das "Kraut aus Ligurien" gegen Lungenschmerzen und Wassersucht. Und heute noch wird es gegen Blähungen und Verdauungsprobleme eingesetzt.
Schwangere und Nieren-Patienten sollten kein Liebstöckel essen
Liebstöckel enthält neben Zucker, Fett, Gummi, Harz und organischen Säuren einen hohen Anteil ätherischer Öle. Der Cocktail wertvoller Inhaltsstoffe, der sowohl in den Blättern als auch in den Wurzeln enthalten ist, kann heilsame Wirkungen unterschiedlichster Art entfalten. Liebstöckel-Bäder helfen bei Hautentzündungen, Liebstöckel-Tees lindern Erkrankungen der Atemwege, und Liebstöckel-Extrakte im Kräuter- oder Magenbitter fördern die Verdauung. Daneben wird die Pflanze gegen Nieren- und Menstruationsbeschwerden eingesetzt. Gerade in diesem Bereich ist aber auch höchste Vorsicht geboten. Schwangere und Nieren-Patienten sollten auf Liebstöckel verzichten, weil seine stimulierenden Wirkungen für sie negative Folgen haben könnten.
Käsegerichte erhalten durch Liebstöckel eine besondere Note
Liebstöckel ist nicht nur wegen seiner gesundheitsfördernden Effekte zu empfehlen. Er gehört darüber hinaus zu den beliebtesten und vielseitig einsetzbaren Küchenkräutern. Er eignet sich zum Verfeinern von Suppen, Soßen und Eintöpfen ebenso ideal wie zum Würzen von gekochtem, gedünstetem oder gebratenem Gemüse. Außerdem verleiht er vielen Quarkspeisen und nahezu sämtlichen mit Käse zubereiteten Gerichten eine ganz besondere Note. Das ist umso erfreulicher als die mehrjährige Pflanze, die bis zu zwei Metern hoch werden kann, in jedem Garten und auf fast allen Fensterbänken problemlos angebaut und sogar in den kalten Jahreszeiten noch genossen werden kann. Blätter und Wurzeln lassen sich nämlich problemlos trocknen und sogar einfrieren. Dadurch verlieren sie zwar ein wenig von ihrem starken Aroma, doch für den durchschnittlichen Geschmack bleibt immer noch genug übrig! (ts)



