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Vanille

Die Königin unter den Gewürzen

Echte Vanille ist nach Safran das zweitteuerste Gewürz der Welt und eine wahre Delikatesse. Vanille ist das Aroma, das Lebensmitteln am häufigsten zugesetzt wird. Bei den meisten Vanilleprodukten stammt der Geschmack allerdings nicht aus der schwarzen Schote, sondern vom chemisch hergestellten naturidentischen Vanillin. Das wird heutzutage aus Abfällen der Papierindustrie gewonnen.

Die Spanier waren es, die auf der Suche nach Gold das bis dahin unbekannte Gewürz in Mexiko entdeckten und es mit nach Europa brachten. Schon die Azteken verfeinerten ihr Kakaogetränk mit Vanille. Die Vanillepflanze ist eine Kletterorchidee, deren lianenhafte Ranken nur im tropischen Klima die Vanilleschoten hervorbringen. Erst nach Ernte und aufwendiger Verarbeitung der grünen Früchte entstehen die bekannte braun-schwarze Farbe und das köstliche Aroma der echten Vanille-Schoten. Hauptanbaugebiete für das edle Gewürz sind heute Madagaskar, die Komoren und Indonesien.

Am feinsten und aromatischsten ist die Bourbon-Vanille. Sie hat ihren Namen von der französischen Insel Bourbon, die im indischen Ozean liegt und heute La Reunion heißt.

Vanillin: Original und Fälschungen

Der wichtigste Aromastoff der Vanille ist das Vanillin. Aber die Ausbeute ist spärlich: Der Vanillin-Gehalt einer Schote macht etwa ein bis drei Prozent aus. Daher bemühten sich Chemiker schon früh, eine preiswertere Imitation zu entwickeln. Künstliches "naturidentisches Vanillin" wurde erstmals 1874 hergestellt. Zunächst aus dem Saft von Fichtenbäumen gewonnen, wird naturidentisches Vanillin heute überwiegend aus Abfällen der Papierindustrie produziert. Viele Verbraucher kennen den Geruch und Geschmack echter Vanille heute kaum noch, sondern nur noch den des Vanillins. Oft sind sie sogar enttäuscht, weil echte Vanille weniger intensiv schmeckt.

Unbewusst bevorzugen viele Produkte mit Vanille. Denn das Gewürz hebt die Stimmung und weckt Erinnerungen an Geborgenheit und Leckereien in der Kindheit. Vanillearoma ist ein Glücksbote. Durch die freigesetzten Endorphine fühlen wir uns glücklich und zufrieden.

Um echte Vanille handelt es sich, wenn folgende Bezeichnungen auf dem Lebensmittel stehen:

  • Gemahlene/vermahlene Vanilleschoten

  • Vanille-Extrakt

  • Bourbon-Vanille

  • Echte Vanille

  • Natürliches Vanillin

Um naturidentisches Vanillin handelt es sich bei den Angaben:

  • Vanille-Geschmack/Aroma

  • Vanillin

Vanillezucker selbst gemacht

In der Küche sind die braunen Stangen ein echter Favorit. Kaum eine Süßspeise kommt ohne das feine Aroma der Vanille aus, aber auch in indischen und asiatischen Currygerichten sorgt das Gewürz für einen raffinierten Geschmack. Am besten entfaltet sich das Aroma, wenn das feinkörnige Mark der Vanille aus der Schote gekratzt und zusammen mit der Schote gekocht wird. Wer die ausgekratzten Stangen anschließend in die Zuckerdose legt, erhält so hoch aromatischen Vanille-Zucker.


Autor: Springer Medizin
Stand: Aug 29, 2007


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