Blüten
i-Tüpfelchen auf Suppe und Salat
Vorbei die Zeiten, da bunte Blüten vorwiegend Fensterbänke und Gartenbeete zierten. In den Gourmet-Tempeln dieser Republik, aber auch in Privatküchen geht es immer blumiger zu. Kein Wunder, denn kulinarische Besonderheiten wie die Marmelade aus Rosenblüten oder ein Salat mit Borretschblüten erfreuen nicht nur das Auge, sondern auch die Geschmacksnerven.
Die Liste der Blumen, die bei der Essenszubereitung verwendet werden können, ist erstaunlich lang. Neben Klassikern wie Kamille oder Kapuzinerkresse, deren Essbarkeit noch nahe liegen mag, gibt es eine Reihe von Überraschungskandidaten wie Begonien, Dahlien, Gladiolen, Stiefmütterchen, Levkojen, Magnolien und Lavendel. Diese Blüten sind essbar, schmackhaft und obendrein noch sehr bekömmlich.
Zucchiniblüten können mit Mett oder Käse gefüllt werden
In der modernen Küche finden sie als Brotaufstrich, Aromastoff und Salatbeilage Verwendung. Größere Blüten - etwa von Zucchini- oder Kürbispflanzen - können sogar mit Mett, Gehacktem und Käse gefüllt werden.
Ein beliebiger Gartensalat - etwa mit Kopfsalat, Tomaten, Gurken, Mais und Zwiebeln - lässt sich mit Lavendelessig verfeinern. Dazu werden zirka 100 Gramm Lavendelblätter und -blüten mit 750 Milliliter Weißweinessig angesetzt. Das Ganze sollte einen Woche ziehen, Blätter und Blüten können im Essig verbleiben.
Die Blüten werden am besten frühmorgens geerntet, damit die Aromastoffe voll erhalten bleiben. Kleinere Blüten von Gänseblümchen oder Veilchen können unzerteilt, größere vorsichtig zerkleinert über einen Salat gestreut werden. Bei Korbblütlern wie Ringelblumen ist es ratsam nur die äußeren Blütenblätter zu verwenden, da die inneren oft zäh und ungenießbar sind.
Vorsicht vor giftigen Blüten
Vor dem Verzehr aber gibt es einige Vorsichtsmaßregeln zu beachten: Die Pflanzen sollten wegen möglicher Belastung mit Pestiziden grundsätzlich nicht aus dem Blumenladen, sondern dem Bioladen stammen. Natürlich empfiehlt es sich auch nicht, Blüten zu pflücken, die an vielbefahrenen Straßen wachsen. Am besten ist, die Pflanzen selbst zu züchten.
Wer in Gärten und Parkanlagen Blüten sammelt, sollte immer bedenken, dass es auch zahlreiche Pflanzen gibt, deren Verzehr für den menschlichen Organismus unerfreuliche bis dramatische Konsequenzen haben könnte. So sind die Blüten von Akelei, Fingerhut, Goldregen, Maiglöckchen, Oleander und Tollkirsche nämlich mehr oder weniger hochgradig giftig.
Zu guter Letzt noch ein Tipp: Die meisten Blüten sind nicht hitzebeständig. Es genügt daher völlig, die Blüten kurz vor dem Essen zu pflücken, vorsichtig zu säubern und Stängel, Stempel und Staubgefäße zu entfernen. Schon steht einem kulinarischen Hochgenuss, dem schon die alten Griechen frönten, nichts mehr im Wege.



