Von wegen Unkraut!
Alleskönner Löwenzahn
Der Löwenzahn ist ein klassisches Beispiel dafür, dass das auf Wiesen, Äckern und Waldwegen wild wuchernde frische Grün nicht nur Unkraut, sondern auch eine schmackhafte Zutat in der Gemüseküche sein kann. Wie alle Wildgemüsesorten ist der Löwenzahn reich an Vitaminen und Mineralstoffen. Als Tee getrunken, kann er sogar heilende Kräfte entfalten.
Löwenzahn ist das bei uns wohl bekannteste Wildkraut. In früheren Jahrhunderten wurde der Löwenzahn als Heilpflanze geschätzt und geschützt. Heute rücken ihm Hobbygärtner und Landwirte mit Unkrautvernichtungsmitteln zu Leibe und er darf nur noch auf Wiesen, Wegrändern und im Naturgarten sein Dasein fristen. Seitdem sich allerdings herumgesprochen hat, wie zart die ersten Blätter des Löwenzahns im Salat schmecken, gelangt das Wildgemüse wieder zu neuem Ruhm.
Eine der Pflanzen mit den meisten Volksnamen
Kuhblume, Butterblume, Pusteblume, Melkdistel, Saurüssel oder Sonnenwurzel sind nur eine kleine Auswahl für diese von Dürer und Dali auf Leinwand gebannte wild wachsende Pflanze. Insgesamt soll es über 500 Bezeichnungen für den Löwenzahn geben.
Löwenzahn als Gaumenschmaus
Ob angerichtet wie Blattspinat, im Salat, als schmackhafte Suppe zusammen mit Brennnesseln, die Blüten als essbare und dekorative Zierde im Wildsalat oder gedünstet als Füllung im Omelett - in der Küche können die leckersten Gerichte aus ihm gezaubert werden. Gourmets empfehlen die Blätter im Frühjahr zu pflücken, bevor die leuchtend gelbe Blüte sich öffnet. Da sind sie am zartesten. Die Blüten werden von April bis Juli gesammelt und die Wurzeln können sogar im Winter auf den Teller kommen. Wie alle Wildgemüsesorten ist Löwenzahn reich an gesundheitsfördernden Stoffen, vor allem an den Vitaminen A, B, C, den Mineralstoffen Eisen, Silizium und Mangan. Übrigens: Wem die Blätter zu bitter sind, lege sie für zirka 15 Minuten in eine leichte Kochsalzlösung und spüle sie danach mit viel Wasser ab.
Und gesund ist er auch
Der französische Name "Pissenlit" deutet auf die inzwischen klinisch nachgewiesene Heilkraft des Löwenzahns. Als Tee genossen wirkt er harntreibend, blutreinigend und verdauungsfördernd. Er lindert Beschwerden bei Gicht, wirkt aufbauend und regt den Appetit an. Bei Erkrankungen der Gallenwege, Geschwüren oder Verengungen im Magen-Darmbereich aber ist Löwenzahn nicht das richtige Kraut.
Rezept: Steirischer Röhrlsalat
Zutaten für 4 - 6 Personen:
- 300 Gramm zarte Löwenzahnblätter
- 1 Kilogramm Kartoffeln
- 1 Knoblauchzehe
- Apfelessig
- Salz, Pfeffer
- 3 Esslöffel kalt gepresstes Kürbiskernöl
Zubereitung:
Die Löwenzahnblätter gut waschen, in der Salatschleuder oder in einem Tuch trocknen und klein schneiden. Die Kartoffeln schälen, kochen, in dünne Scheiben schneiden und heiß über den Löwenzahn geben. Alles 10 Minuten ziehen lassen. Die Marinade aus Essig, Salz, Pfeffer und Knoblauch bereiten und über den Salat geben. Anschließend das Kürbiskernöl darüber träufeln, alles gut durchmischen und nochmals ziehen lassen. Der Röhrlsalat gehört noch lauwarm auf den Tisch und kann als Beilage oder zusammen mit frischem Vollkornbrot auch als Hauptspeise gegessen werden.



