Diabetes-Risiko herabsetzen
Ballaststoffreiche Ernährung senkt Altersdiabetes-Risiko
Eine ausreichende Aufnahme von Ballaststoffen aus Vollkornprodukten senkt das Risiko, an Typ-2-Diabetes (Altersdiabetes) zu erkranken.
Während die Aufnahme von Ballaststoffen aus Obst und Gemüse keine Rolle für das Diabetes-Risiko spielt, können Ballaststoffe aus Vollkornprodukten wie Vollkornbrot, -nudeln und reis die Gefahr, an Altersdiabetes zu erkranken, deutlich senken. Dies ist das Ergebnis einer neuen Untersuchung des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DifE).
Um auch die leisesten Zweifel der Vollkornmuffel auszuräumen, wurden nicht nur die Daten von 26.067 Studienteilnehmern, sondern außerdem die Daten von neun weiteren Langzeitstudien ausgewertet. Im Fokus der Untersuchung standen laut Matthias Schulze, dem leitenden Autor der Studie, die Zusammenhänge zwischen dem Ballaststoffverzehr, der Art der Ballaststoffe, der Magnesiumaufnahme und dem Typ-2-Diabetes-Risiko.
Vollkornprodukte Früchten und Gemüse überlegen
Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass Studienteilnehmer, die reichlich Vollkornprodukte oder Müsli aßen, ein um 28 Prozent verringertes Diabetes-Risiko trugen - im Vergleich zu Teilnehmern mit dem geringsten Verzehr von Vollkornprodukten. Der Verzehr von Ballaststoffen aus Früchten oder Gemüse sowie eine hohe Magnesiumaufnahme konnten das Erkrankungsrisiko hingegen nicht im selben Maße absenken.
Auch die Auswertung der neun anderen Studien führte zu sehr ähnlichen Ergebnissen hinsichtlich des Ballaststoffverzehrs.
Acht der neun Langzeitstudien bezogen neben der Ballaststoffaufnahme auch die Magnesiumaufnahme in ihre Untersuchungen ein. Anders als bei der Studie des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung führte die Auswertung dieser Untersuchungen jedoch zu dem Ergebnis, dass auch eine hohe Magnesiumaufnahme mit einem um bis zu 23 Prozent verringerten Diabetes-Risiko der Studienteilnehmer verbunden war.
Ballaststoffe als Zuckerbremse
Heiner Boeing, Leiter der Studie, erläutert die Ergebnisse: Vollkornprodukte enthalten verschiedene Substanzen, von denen angenommen wird, dass sie sich günstig auf den Blutzuckerstoffwechsel auswirken. Zu ihnen zählen vor allem Ballaststoffe und Mineralstoffe wie Magnesium, aber auch phenolische Komponenten. Verschiedene Studien lassen vermuten, dass Ballaststoffe aus Getreideprodukten die Insulinwirkung verbessern. Zudem lässt eine ballaststoffreiche Kost den Blutzuckerspiegel nur langsam ansteigen, so dass Blutzuckerspitzen vermieden werden, die die Entstehung eines Diabetes begünstigen. Ausgehend von unseren Untersuchungsergebnissen könnte ein hoher Verzehr von Vollkornprodukten dazu beitragen, das Typ-2-Diabetes-Risiko zu senken."
Typ-2-Diabetes: hohe Dunkelziffer vermutet
Derzeit sind knapp 5 Millionen Menschen in Deutschland an Typ-2-Diabetes erkrankt. Außerdem ist mit einer Dunkelziffer in Millionenhöhe zu rechnen, da die Krankheit zu Beginn häufig ohne erkennbare Anzeichen verläuft und erst um Jahre verzögert erkannt wird. Typ-2-Diabetes kann schwerwiegende Folgen wie Erblinden, Nierenversagen und die Amputation von Gliedmaßen mit sich bringen. Zudem sterben zahlreiche Diabetiker früher, besonders häufig an Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Ergebnissen einer früheren Untersuchung nach zu urteilen, stellt der Typ-2-Diabetes eine enorme ökonomische Belastung für das nationale Gesundheitswesen dar: Direkte Kosten für diabetische Patienten beliefen sich im Jahr 2001 in der Bundesrepublik Deutschland auf 30,6 Mrd. Euro, was einem Anteil von 14,2 Prozent der nationalen Gesundheitsausgaben entsprach. Die Gesundheitskosten, die sich aus der Behandlung von Diabetes in Deutschland ergeben, werden auf 14,6 Mrd. Euro geschätzt.



