Mann im Urlaub in Rio de Janeiro

Das etwas andere Weihnachtmenü

Brasilianisches Weihnachten: "Felix Natal"

In Brasilien kommt der Weihnachtsmann mit dem Hubschrauber. Jedes Jahr Anfang Dezember fliegt "Papai Noel" im Rahmen einer großen Party im Maracanã-Fußball-Stadion in Rio de Janeiro ein. Wer so überschwänglich begrüßt wird, der wird auch dementsprechend gefeiert.

Mit den Weihnachtsbäumen sieht man es in Brasilien nicht ganz so eng - jede Art von Baum ist in Ordnung. Und da es in Brasilien auch an Weihnachten keinen Schnee gibt, muss dieser eben mit Watte oder weißer Farbe auf den Zweigen nachgestellt werden.

Ähnlich kreativ geht es in der brasilianischen Festküche zu: Hier sind der Freiheit keine Grenzen gesetzt. Truthahn, Schinken, Fisch und Reis werden in den verschiedensten Variationen mit Nüssen und Früchten zubereitet. In streng katholischen Familien werden sie übrigens erst zu später Stunde - also nach der Mitternachtsmesse - in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember verzehrt.

In Brasilien ist Weihnachten ein Fest der Geselligkeit: Nachbarn, Freunde und Verwandte kommen vorbei, um ein frohes Fest zu wünschen - und die wollen entsprechend versorgt sein. Dabei stammen natürlich viele traditionelle Speisen noch aus der Küche der Kolonialmacht Portugal, aber auch afrikanische Einflüsse sind spürbar.

Aufgrund des zumeist warmen Wetters sind auch kalte Speisen immer wieder sehr gefragt, zum Beispiel die appetitlichen "Bolinhos de Bacalhau". Das sind aus getrocknetem Stockfisch zubereitete, frittierte Bällchen, die als Vorspeise gegessen werden. Stockfisch, auch Klippfisch genannt, wurde einst von portugiesischen Seefahrern entdeckt und ist auch in deutschen Fischläden erhältlich.

Die Brasilianer lieben Süßes - und davon gibt es an Weihnachten natürlich reichlich. Aber auch für Nicht-Brasilianer dürfte ein brasilianischer Flan, der "Pudim de Leite", eine köstliche Nachspeise sein.

Bolinhos de Bacalhau

für zirka vier Personen:

  • 250 g Bacalhau
  • 2 mehlige Kartoffeln, etwa 300 g
  • 1 Bund glatte Petersilie
  • frischer Koriander, etwa 1/2 Bund
  • 1 kleine Zwiebel oder Frühlingszwiebel
  • Olivenöl
  • Salz, Pfeffer
  • etwas Milch
  • etwas Cayennepfeffer
  • Öl zum Frittieren

Zubereitung

  • Bacalhau wird gesalzen und getrocknet verkauft, denn so wurde er traditionell von den Seefahrern haltbar gemacht. Er sollte etwa einen Tag vor der Zubereitung in Wasser eingeweicht und kühl gestellt werden, damit das Salz ausgeschwemmt wird. Dabei sollte man das Wasser mindestens dreimal wechseln. Der Fisch sieht danach heller und voluminöser aus.
  • Vor der Zubereitung sollte der Bacalhau etwa eine Viertelstunde in Wasser weich gekocht werden. Dann müssen Gräten und Haut sorgfätig entfernt werden. Zeitgleich kann man die Kartoffeln weich kochen sowie Zwiebeln und Knoblauch etwas andünsten.
  • Wer über eine Küchenmaschine verfügt, kann anschließend darin den Fisch, Kartoffeln, Knoblauch, Zwiebeln, Kräuter und Gewürze, zusammen mit etwa drei Esslöffeln Olivenöl zerkleinern und vermischen. Andernfalls sollte alles sorgfältig gehackt und vermengt werden.
  • Der entstehende Brei sollte ungefähr die Konsistenz von festem Kartoffelbrei haben. Hat er das nicht, kann er mit Milch etwas flüssiger gemacht werden.
  • Danach formt man mit Hilfe eines Löffels kleine Bällchen aus dem Teig, die etwa vier Minuten lang bei 165 Grad frittiert werden. Wer keine Friteuse hat, kann einfach Öl in eine hohe Pfanne füllen. Die fertigen Bällchen werden mit Petersilie und Zitrone serviert.

Pudim de Leite (Brasilianischer Karamel-Flan)

  • 250 ml Milch
  • 250 ml gezuckerte Kondensmilch
  • 250 g Zucker
  • drei Eier

Nach Belieben:

  • Saft einer halben Zitrone
  • 1/2 Teelöffel Vanille-Extrakt
  • eine Zimtstange
  • eine Schale einer unbehandelten Orange

Zubereitung:

  • Milch und Sahne erhitzen, bis sich am Rande des Topfes Bläschen bilden. Nach Belieben kann die Zimtstange und/oder Orangenschale zur Geschmacksverfeinerung beigefügt werden. Danach durch ein Sieb geben, damit Zimt und Orangenstücke zurückbleiben.
  • Für den Karamellguss die Hälfte des Zuckers mit etwa zwei Esslöffeln Wasser in einer Pfanne zum Kochen bringen, dabei solange umrühren, bis der Zucker sich auflöst. Nach Belieben Zitronensaft zugeben. Solange auf der Flamme lassen, bis der Zucker hellbraun wird.
  • Nun den karamellisierten Zucker in eine runde Form mit etwa 25 Zentimeter Durchmesser füllen und gleichmäßig verteilen.
  • Den Backofen auf etwa 160 Grad vorheizen.
  • Die Milch-Sahne-Mischung erneut erhitzen und verquirlte Eier darunter geben. Eventuell Vanille-Extrakt beimischen.
  • Mischung in die Form geben und diese im Wasserbad (zirka zwei Finger breit) etwa 30 Minuten im Backofen garen.


Autor: Springer Medizin – zuletzt aktualisiert von der Redaktion „SpringerGesundheit“
Stand: Dec 12, 2010


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