Fettsäuren
Das Verhältnis muss stimmen
In den Industrieländern ist der Fettkonsum in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Mit dem Erscheinen der Margarine auf dem Markt wurde vor allem der Anteil an Omega-6-Fettsäuren erhöht. Während das Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3 in der Nahrung unserer Vorfahren noch bei 4:1 lag, beträgt es heute in Europa und den USA bis zu 20:1.
Fettsäuren sind ein wichtiger Bestandteil unseres Körper. Sie dienen zum einen als Energiespeicher und zum anderen sind sie Bausteine der Zellmembranen. Es gibt gesättigte und ungesättigte Fettsäuren. Als ungesättigt wird eine Verbindung bezeichnet, wenn sie eine oder mehrere Doppelbindungen im Molekül aufweist. Diese Doppelbindungen zwischen zwei Atomen können mit anderen Atomen oder Molekülen reagieren. Besonders aggressive Verbindungen wie zum Beispiel die so genannten freien Radikale spalten die Doppelbindungen in ungesättigten Fettsäuren schnell auf und werden auf diese Weise "gefangen".
Essentielle Fettsäuren müssen mit der Nahrung aufgenommen werden
Von besonderer Bedeutung sind die Omega-3- und die Omega-6-Fettsäuren. Beide sind essentiell, das heißt, sie können vom Körper nicht selbst gebildet werden. Zu den Omega-6 Fettsäuren gehören die Linolsäure und die Arachidonsäure. Aus Linolsäure kann Arachidonsäure gebildet werden, aber nur dann, wenn genügend Linolsäure vorhanden ist. Die wichtigsten Omega-3-Fettsäuren sind die alpha-Linolensäure, die Eicosapentaensäure (EPA) und die Docohexaensäure (DHA).
Omega-6 und Omega-3 sind Konkurrenten
Omega-6 und Omega-3 konkurrieren im Körper um die gleichen Stoffwechselwege. Ist Omega-6 im Überschuss, kann die Umwandlung von alpha-Linolensäure in EPA und DHA nicht erfolgen. Diese beiden Fettsäuren schützen die Gefäße vor gefährlichen Ablagerungen.
Der Richtwert beträgt 5:1
Deshalb ist es unbedingt notwendig, dass das Verhältnis von Linolsäure zu alpha-Linolensäure bei der Ernährung ausgewogen ist. Wissenschaftliche Studien konnten zeigen, dass ein Zusammenhang zwischen der Zufuhr von alpha-Linolensäure und der Häufigkeit des plötzlichen Herztods besteht. In einer weiteren Untersuchung wurde bei Patienten nach einem Herzinfarkt eine deutliche Senkung der Reinfarktrate erreicht - in dieser Studie lag das Verhältnis von Linolsäure zu alpha-Linolensäure bei etwa 4:1. Die deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt ein Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3 von 5:1. Stimmt man seine Ernährung darauf ab, ist die Fettsäurenzufuhr optimal und man kann präventiv das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken. (fs)



