Fleischgenuss
Übermäßiger Verzehr von rotem Fleisch erhöht die Krebsgefahr
Liebhaber fleischiger Kost, die täglich mehr als 250 Gramm rotes Fleisch essen, setzten sich einem erhöhten Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle und Krebs aus.
Der übermäßige Verzehr von Fleisch von Rindern, Schweinen und Lämmern oder der aus diesen Fleischsorten hergestellten Wurst gilt schon länger als gesundheitsbedenklich. Erst vor wenigen Monaten sorgte eine groß angelegte Studie des US-amerikanischen National Institute of Health (NIH) für großes Aufregen unter Fleischliebhabern. Forscher hatten die Ernährung von 545 000 Amerikanern im Alter zwischen 50 bis 71 über einen Zeitraum von 10 Jahren unter die Lupe genommen. Mehr als 70 Prozent der Teilnehmer starben in dieser Zeit, darunter eine stattliche Anzahl von passionierten Fleischessern.
Bei der Auswertung der Studie stießen die Forscher auf einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Sterberisiko und Menge und Art des verzehrten Fleisches. Je mehr rotes Fleisch von Rind, Kalb, Schwein, Lamm oder auch Kaninchen, Wildschein und Hirsch bei den Probanden auf den Tisch kam, desto höher war ihr Sterberisiko, auch wenn man Risikofaktoren wie Übergewicht und Bewegungsmangel herausrechnete. Als Grenzwert errechneten die Forscher eine Menge von 250 Gramm. Wer diese Fleischmenge täglich verzehrte, erhöhte sein Risiko für Krebs- oder Herztod um rund ein Viertel gegenüber jenen Fleischgenießern, die wöchentlich nur 150 Gramm verzehrten. Bei den Frauen stieg das Risiko für tödliche Schlaganfälle oder Herzinfarkte sogar um 50 Prozent. Weißes Fleisch von Geflügel und Fisch hatte dagegen keine nachteiligen Effekte auf die Gesundheit.
Diese Ergebnisse des NIH werden nun durch eine europäische Langzeitstudie zu Ernährung und Krebserkrankungen (EPIC) bestätigt. Im Zentrum des Interesses stand der Zusammenhang zwischen Fleischkonsum und Darmkrebsrisiko. Es zeigte sich, dass Fleischliebhaber, die mehr als 490 Gramm rotes Fleisch pro Woche essen, ein um 49 erhöhtes Risiko haben, an Darmkrebs zu erkranken. Insbesondere Männer essen jedoch ein Vielfaches dieser Menge. In einer vom Bundesministerium für Ernährung herausgegebenen Verzehrstudie ergab sich für Männer ein Durchschnittswert von 721 Gramm Fleisch, während es die weiblichen Artgenossen nur auf die Hälfte dieser Menge brachten.
Bislang ungeklärt ist, wieso sich rotes Fleisch derartig verheerend auf die Gesundheit auswirkt. Als sicher gilt jedoch die gesundheitsförderliche Wirkung einer Kost, die reich an Fisch, Obst und Gemüse ist.



