Gesund durch Salz
Was das Salz in der Suppe für unsere Gesundheit tut
Salz ist in aller Munde und hat doch den denkbar schlechtesten Ruf. Dabei sorgt es nicht nur für mehr Würze, sondern erfüllt obendrein zahlreiche Funktionen im Körper.
Es wird geknausert in deutschen Küchen. Das Salz, das gerade noch die Lieblingssuppe würzte, ist vom Speiseplan verbannt und kommt allenfalls noch auf dem Frühstücksei zum Zuge. Denn seit Jahren warnen Ernährungswissenschaftler vor den gesundheitlichen Folgen eines hohen Salzkonsums. So soll Salz nach Lehrmeinung etwa den Blutdruck in die Höhe treiben und für Wassereinlagerungen im Körper verantwortlich sein.
Tatsächlich jedoch gibt es bisher keine stichhaltigen Beweise dafür, dass Kochsalz den Blutdruck negativ beeinflusst, und auch die viel diskutierten Wassereinlagerungen in den Geweben scheinen zu den hartnäckigen medizinischen Irrtümern zu zählen. Sicherer sind sich die Experten, wenn es um die gesundheitsfördernden Aspekte des sogenannten "weißen Goldes" geht.
Salz sorgt für einen ausgeglichenen Elektrolythaushalt
Salz ist nicht nur ein beliebtes Würzmittel, sondern obendrein ein lebenswichtiges Mineral, das zahlreiche Funktionen in unserem Körper erfüllt. So ist Salz ein Bestandteil der Knochen. Zudem kann es gelöst im Blut und Gewebewasser zirkulieren und viele Funktionen im Körper übernehmen. Ohne Salz würden die Organe versagen und der Wasserhaushalt wäre nicht mehr im Gleichgewicht.
Chemisch gesehen ist Salz eine einfache wasserlösliche Verbindung aus positiv geladenen Natrium- und negativ geladenen Chlorid-Ionen. Sie sorgt für einen ausgeglichenen Flüssigkeitshaushalt und gewährleistet über den physikalischen Vorgang der Osmose, dass Mineralstoffe und Spurenelemente in die Zellen aufgenommen werden. Der Elektrolyt- und Wasserhaushalt wird über die Nieren reguliert. Nehmen wir zu viel Salz auf, wird es an Wasser gebunden über die Nieren ausgeschieden.
Fertigprodukte treiben den Salzkonsum in die Höhe
Der durchschnittliche Salzbedarf liegt nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) bei ca. 6 Gramm pro Tag. Diese Werte einzuhalten, fällt jedoch nicht leicht, denn der größte Anteil des Salzkonsums stammt aus Fertigprodukten. Frauen kommen daher leicht auf eine Salzaufnahme von 6,9 Gramm, während es Männer sogar auf beachtliche 8,9 Gramm bringen. Experten fordern schon lange eine Kennzeichnungspflicht für den Salzgehalt in Lebensmitteln.
So wichtig es auch ist, den Salzkonsum im Auge zu behalten: Immer mehr Forscher nehmen davon Abstand, generell vom Salz abzuraten. Denn noch sind die Wirkungen eines hohen Salzkonsums auf die Gesundheit umstritten, und wie man inzwischen weiß, reagieren Menschen unterschiedlich stark auf Salz.
Senioren und Sportler nehmen häufig zu wenig Salz zu sich
Bei der derzeitigen wissenschaftlichen Datenlage sieht auch Joachim Hoyer, Vorstandsmitglied der Deutschen Hochdruckliga aus Marburg, keinen Anlass, die gesunde Bevölkerung zum Verzicht auf Kochsalz anzuhalten. Anders stellt sich das bei Patienten mit erhöhtem Blutdruck dar. Hier fordert der Experte eine Kochsalzeinschränkung auf höchstens 6 Gramm pro Tag.
Doch auch zu wenig Salz kann auf die Gesundheit schlagen. Im Alter ist der Körper wesentlich schlechter in der Lage, den Elektrolythaushalt konstant zu halten, weil viele ältere Menschen zu wenig essen und trinken. Ein zu geringer Salzverzehr kann den Stoffwechsel ungünstig beeinflussen und die Gefahr von Herz-Kreislauf-Komplikationen steigern. Auch Sportler sollten auf eine ausreichende Salzzufuhr achten, denn durch das vermehrte Schwitzen scheidet der Körper vermehrt Elektrolyte aus. Krampfanfälle und Ohnmacht können die Folge sein.
Besonders empfohlen werden jodiertes Speisesalz und Salz mit Fluorid, weil diese Kombinationen zusätzlich die Knochen bzw. die Zähne stärken. Aber auch ganz normales Speisesalz erfüllt seinen Zweck.



