Was ist Krebs?

Krebs ist nicht die Erkrankung eines einzelnen Organs

Krebs gehört zu den am meisten tabuisierten und zugleich stigmatisierten Erkrankungen unserer Zeit. Dank der Wissenschaft sind heute viele Details bekannt und helfen, die Mechanismen zu verstehen. Dennoch ist die Frage nach dem Warum immer noch weitgehend ungelöst. Was gehört dazu, bis eine Zelle sämtliche Sicherheitsmechanismen umgeht und entarten kann?

Wie Krebs entsteht

Der Begriff "Krebs" ist nicht gleichbedeutend mit einer speziellen Krankheit. Das einzige gemeinsame Merkmal der über hundert unterschiedlichen Typen ist das unkontrollierte Wachstum der erkrankten Zellen. Dabei beginnt die Erkrankung in einer von etwa 30 Billionen Zellen im Körper! Auch wenn sie sich schließlich in ihren Beschwerden stark unterscheiden, entstehen die Geschwüre anscheinend doch durch ähnliche Prozesse.

So funktioniert unser Leben

Der Körper verändert sich fortwährend. Es gibt kein Stopp in der Erneuerung und im Wachstum von Zellen: Wir spüren das besonders deutlich an den Haaren und den Nägeln, was im gesamten Körper ein ständig ablaufendes Standardprogramm ist. Dieses normale Wachstum wird streng kontrolliert, was verhindert, dass es zu einer überschießenden Zellvermehrung kommt. Das "innere Programm" der Zelle befindet sich auf der zelleigenen DNA (engl. für Desoxiribonukleinsäure).

Äußere Einflüsse

Das Leben der einzelnen Zelle ist jedoch nicht isoliert: Ständig prallen Einflüsse von außerhalb auf sie ein. Bekannt sind mittlerweile eine Vielzahl von Risikofaktoren. Hierfür verfügt die DNA durch eine Vielzahl von Genen über komplexe Reparaturmechanismen, die als "Krebsunterdrücker" fungieren: Immerhin lassen sich pro Minute somit bis zu 300 Schäden an der Zelle reparieren! Können sie aber die Gesundheit der Zelle nicht wiederherstellen, springt das sogenannte Selbstmordprogramm der Zelle ein, eine unglaubliche Entwicklung der Evolution: Zwar bedeutet sie den Untergang der einzelnen Zelle - sichert aber den Fortbestand der Zellgemeinschaft, also des Körpers.

Allgemeine äußere Einflüsse, die zur Auslösung einer Krebserkrankung beitragen können:


  • Giftstoffe im Tabakrauch

  • die Einwirkung der Sonnenstrahlung

  • Radioaktivität

  • bestimmte Schimmelpilze auf Lebensmitteln

  • Fehlernährung

  • einige Virusinfektionen

  • manche Chemikalien

  • oft spielt auch eine erbliche Veranlagung eine Rolle, die sich äußert als erhöhte Empfindlichkeit der Zellen gegenüber schädigenden Einflüssen oder geringere Fähigkeit des Körpers, entstandene Schäden am Erbgut im Zellkern zu reparieren.

Im Innern der Krebszelle

Hat sich trotz aller Sicherheitssysteme eine Zelle doch - zum Beispiel durch Mutationen - verändern können und überlebt, durchläuft sie etliche Vorstufen, ehe sie als Krebsgeschwulst erkennbar wird. Das Innere der Krebszelle hat sich gegenüber den gesunden Zellen dann aber stark verändert:


  • die Zelle erzeugt fehlerhafte Produkte

  • ihre Zellwände sind anders aufgebaut

  • der Zellkern ist größer

  • das Erbmaterial in der DNA ist umprogrammiert

  • die Tumorzelle ist "unsterblich" geworden

  • sie missachtet den ursprünglichen Zellverband, innerhalb dem sie entstanden ist und wächst ohne Rücksicht auf Verluste

  • die Krebszelle kann schließlich den Zellverbund verlassen und über den Blut- oder Lymphweg an entfernte Stellen des Körpers wandern, wo sie Metastasen bildet


Autor: Springer Medizin
Stand: Feb 6, 2008


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