Stottern
Die Ursache liegt im Gehirn
Bei Menschen, die lebenslang stottern, können Teile der linken Gehirnhälfte verändert sein, berichteten Forscher von den Universitäten in Hamburg und Göttingen im Juli 2002 britischen Fachjournal Lancet. Das Forscherteam untersuchte die Gehirne von 15 stotternden und 15 normal sprechenden Menschen mit der Kernspintomographie.
Bei ihren Untersuchungen entdeckten die Forscher in der linken Gehirnhälfte der Stotterer Veränderungen rund um den Abschnitt, der die Sprechbewegungen koordiniert. "Einige Nervenverbindungen von oder zu anderen Hirnarealen sind bei den Stotterern gestört", sagt der Neurologe Christian Büchel, Leiter der Studie. Dabei gehe es etwa um Areale, die für die Sprachplanung oder die Bewegungen von Zunge und Kehlkopf zuständig seien. Wenn die Signale, die den Menschen letztlich sprechen lassen, deshalb nicht mehr in richtiger zeitlicher Abfolge von Areal zu Areal übertragen würden, könnte es zum gestörten Sprachfluss kommen.
In Deutschland stottern rund 800.000 Menschen, insbesondere Männer sind betroffen. Die Veränderungen entwickeln sich wahrscheinlich, während die Kinder sprechen lernen, berichten die Forscher. Mithilfe der Kernspintomographie wollen die Wissenschaftler künftig die lebenslangen Stotterer von jenen unterscheiden, die nur kurzfristig eine Sprechstörungen haben. Büchel hofft, bei einer frühzeitigen Diagnose die Menschen mit Gehirnveränderungen eher als bislang üblich behandeln zu können.








