Neues Behandlungskonzept bei Neurodermitis
Nicht nur eine unangenehme Hautveränderung
Zum aus der Haut fahren: Neurodermitis ist so hartnäckig wie unangenehm. Nun können sich Patienten in Schulungen über individuelle Heilungsansätze informieren.
Nässende Hautentzündungen, rote Flecken, unerträglicher Juckreiz, der den Betroffenen oder die Angehörigen auch in der Nacht auf Trab hält- Neurodermitis hat zahlreiche Auswirkungen und belastet die betroffenen Familien in der Regel stark. Die chronisch entzündliche Hauterkrankung, in der Fachsprache atopische Dermatitis genannt, tritt schubweise auf und beginnt häufig bereits im Kindesalter. Zu den Auslösern zählen genetischen Faktoren, aber auch Umwelteinflüsse und psychische Faktoren.
Neben den unangenehmen Hautveränderungen leiden die Betroffenen häufig unter den sozialen Folgen ihrer Erkrankung. Vor allem Kinder sind bei sichtbaren Ausschlägen den Hänseleien der Mitschüler ausgesetzt oder werden schlichtweg ignoriert. Dabei sind in Deutschland mittlerweile rund 15 Prozent aller Kinder und Jugendlicher betroffen. Aber auch die Familien sind nicht selten stark verunsichert. Viele Eltern wissen nicht, welche Behandlung die richtige für ihr Kind ist und welche Lebensmittel gemieden werden sollten. Und wie kann man mit den Belastungen umgehen, die sich Tag für Tag einstellen? Fragen, für die der Hausarzt nicht immer Zeit findet.
Was dem Arzt nicht immer gelingt, soll nun die Arbeitsgemeinschaft Neurodermitisschulung" (AGNES) richten.
Die Arbeitsgemeinschaft wurde Ende der 1990er Jahre vom Bundesministerium für Gesundheit ins Leben gerufen, um den betroffenen Familien in ihrer Krankheits- und Lebenssituation zu unterstützen. Nun bietet AGNES fast flächendeckend Schulungsprogramme für die Betroffenen und ihre Familien an.
Ziel der Schulung ist die umfassende Information und individuelle Lösungsansätze. Die Teilnehmer der Schulungen üben neue Verhaltensweisen ein, erhalten Informationen über konkrete Hilfen für den Alltag, Allergien, Ernährung und Stressbewältigung und sollen die Erkrankung so leichter bewältigen und zu mehr Lebensqualität finden. Das Schulungsteam setzt sich aus einem Arzt, einem Psychologen sowie einer Ernährungsfachkraft zusammen. Die Kosten werden in der Regel von der Krankenkasse übernommen.








