Vorratsschädlinge
Häufige Fragen zum Thema Schädlinge
Wer Schädlinge in Kleiderschrank oder Vorräten findet, fühlt sich in seinen vier Wänden nicht wohl. Dabei ist es nicht nur Ekel, den die meisten empfinden, sondern auch das gesundheitliche Risiko. Wie bedrohlich sind Kakerlaken? Was bietet Schutz? Fragen wie diese beantwortet Biologe Stephan Schüle von der Bayer AG.
Sind Silberfische gefährlich?
Nein, sind sie nicht. Sie mögen feuchte Aufenthaltsorte. Daher: Badezimmer gut lüften, nasse Stellen aufwischen, Verstecke wie Ritzen und Fugen verschließen. Wenn sie in Massen auftreten, können sie Schäden an Textilien und Papierwaren anrichten, denn sie ernähren sich von stärkehaltigen Geweben, Kleistern, Tapeten. Bei starkem Befall Köderdosen aufstellen.
Was bietet Schutz gegen Hausstaubmilben?
Hausstaubmilben ernähren sich von Pilzen, die auf Hautschuppen und Gewebszellen wachsen und die sie in Betten, Matratzen, Polstern, Teppichen finden. Sie vermehren sich massenhaft und können zu allergischen Reaktionen und Asthma führen. Deshalb folgende Tipps beachten: gut lüften, Bettwäsche häufig wechseln, Matratzen und Teppiche staubsaugen. Manche Nage- oder Grabmilben können sich in die Haut bohren, die sich dann entzündet. Solch eine Krätze (bei Haustieren als Räude bezeichnet) muss der Arzt behandeln.
Was kann ich gegen Kakerlaken unternehmen?
Kakerlaken - oder korrekt: Schaben - verbreiten Krankheiten wie Milzbrand, Tuberkulose und Salmonellen. Ihr Kot und ihre Häutungsreste können Allergien auslösen. Schaben und vor allem ihre Eier sind enorm widerstandsfähig. Deshalb gilt bei Schabenbefall: unbedingt den Experten, einen staatlich geprüften Schädlingsbekämpfer, einschalten. Denn Schaben müssen professionell und über einen längeren Zeitraum bekämpft werden. Sonst verstecken sie sich etwa in Winkeln, Rohrsystemen und Heizungsanlagen.
Wenn sich lichtscheue Schaben im Hause bereits "blicken" lassen, hat man es vermutlich mit einem größeren Befall zu tun. Denn dies bedeutet, dass die Nahrungsreste in den Verstecken nicht mehr ausreichen. Ein Schädlingsbekämpfer muss dann prüfen, was zu tun ist, damit die Insekten nicht nur kurzfristig in Verstecke und Nachbarwohnungen abwandern. Einen staatlich geprüften Schädlingsbekämpfer nennt das örtliche Gesundheitsamt oder der
Deutsche Schädlingsbekämpfer-Verband (Tel.: 0228-8198-130).
Vorsicht ist auf Fernreisen geboten, denn in warmen Ländern gibt es häufig massive Schabenprobleme. Darum heißt es: das Gepäck geschlossen halten, vor der Rückreise den Inhalt des Gepäcks auf Schaben und mögliche Eipakete untersuchen, den Kofferinhalt eventuell mit einem pyrethroidhaltigem Insektenspray gemäß der Gebrauchsanweisung besprühen und die Kleidung nach der Heimkehr waschen.
Der Pulli ist voller Löcher. Sind das Kleidermotten?
Die Larven von Kleidermotten und Teppichkäfern knabbern sich durch alles, was aus Wolle, Seide, Pelz oder anderen Naturmaterialien besteht. Kleidermotten sind im Gegensatz zu den meist braunen oder rötlichen Lebensmittelmotten gelblich-weiß. Sie mögen ungelüftete, getragene und feuchte Kleidungsstücke. Daher Kleiderschränke ab und zu durchlüften und aussaugen. Keine feuchten oder getragenen Kleidungsstücke in den Schrank legen.
Garderobe oder Textilien, die länger nicht benutzt werden, gereinigt und möglichst verpackt im Kleiderschrank aufbewahren. Zedernholz und Lavendel wirken vorbeugend gegen Mottenbefall. Hat eine Motte bereits Eier in die Kleidung gelegt, helfen gegen die schlüpfenden Larven nur noch Insektensprays oder insektizidhaltige Mottenpapiere und Mottenkissen mit Pyrethroiden.
Pyrethroide sind synthetische Wirkstoffe aus Säuren und Alkohol, die dem natürlichen Schädlingsbekämpfungsmittel Pyrethrum aus Blütenkapseln der Chrysantheme nachempfunden sind und gezielt gegen Insekten wirken. Sie sind hoch wirksam und für den Menschen sicher.
Zudem empfiehlt es sich, die Kleidungsstücke möglichst heiß zu waschen oder für einen Tag in einer Plastiktüte verpackt im Gefrierschrank einzufrieren, um Eier und Larven abzutöten.
Was ist das für ein Ungeziefer?
Wer krabbelnde oder fliegende Gäste in seiner Wohnung hat und nicht weiß, um welche Insekten es sich handelt und wie sie zu bekämpfen sind, kann sich Rat bei Professor Mehlhorn, Institut für Parasitologie der Universität Düsseldorf, holen. Dazu ein totes Insekt auf einem Klebestreifen oder in einer Streichholzschachtel zusammen mit einem adressierten Rückumschlag und 6,50 Euro einschicken an:
Institut für Parasitologie
Universität Düsseldorf
Universitätsstraße 1
40225 Düsseldorf



