sojaprodukte

Gesunde Ernährung

Soja für die tägliche Ernährung

Sojaprodukte enthalten eine Reihe für den Körper bedeutsamer Nährstoffe und zählen zu den wertvollen Lebensmitteln. Verschiedentlich sind sie in die öffentliche Kritik geraten. Zu Unrecht, so die Meinung von Experten.

Die Nährstoffe

Heute sind Sojaprodukte in den Regalen der Supermärkte eine Selbstverständlichkeit und für viele Menschen fester Bestandteil ihres Speiseplans. Besonders hervorzuheben sind bei der Sojabohne ihr Eiweiß- und Sojaölgehalt. Sojaeiweiß ist im Unterschied zu dem anderer Hülsenfrüchten wie Erbsen, Bohnen oder Linsen sehr hochwertig, seine Verwertbarkeit für den Organismus liegt bei der von Milch, Eiern und Fleisch. Gerade für letzteres könnte Soja künftig für viele Menschen als Alternative von Bedeutung werden. So gibt es einen zunehmenden Anteil in der Bevölkerung, der ganz oder zumindest teilweise auf Fleisch verzichten möchte. Ein wichtiges gesundheitliches Argument nennt Prof. Helmut Heseker von der Universität Paderborn: "Es gibt heute eine intensive Diskussion um den Verzehr von rotem Fleisch. Wissenschaftliche Daten liefern Hinweise, dass ein hoher Verzehr solcher Fleischsorten mit einem höheren Risiko für Dickdarmkrebs verbunden ist. Künftig werden aus diesem Grund vermehrt andere Eiweißquellen benötigt werden, und da kommt besonders die Sojabohne in Frage." Ein weiterer großer Vorteil im Vergleich zu Fleisch: Soja enthält kein Cholesterin und ist arm an gesättigten Fettsäuren, die den Cholesterinspiegel erhöhen und somit zu Arterienverkalkung führen können.

Interessant sind Sojaprodukte wegen ihres hochwertigen Proteins auch für Übergewichtige, die abnehmen möchten, betont Prof. Heseker. Es habe sich gezeigt, dass für solche Personen eine höhere Eiweißaufnahme sinnvoll sei. Man komme dann mit weniger Energie aus, weil Eiweiß besser und anhaltender sättigt. So ließe sich der BMI langfristig besser halten oder leichter senken.

Sekundäre Pflanzenstoffe - gesundheitliche Vorteile

Alle Hülsenfrüchte enthalten eine Reihe unterschiedlicher sekundärer Pflanzenstoffe - auch Sojabohnen und viele der traditionellen Sojaprodukte. Generell wird das natürliche Vorkommen sekundärer Pflanzenstoffe in Lebensmitteln positiv bewertet. Ihre Bedeutung liegt vor allem darin, gesundheitlichen Störungen vorzubeugen. Das größte Interesse gilt momentan den Isoflavonen, einer Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe. Wenn auch Nahrungsergänzungsmittel, z.B. in Form von Kapseln, mit hohen Isoflavon-Konzentrationen kritisch diskutiert werden, so werden den Isoflavonen in Sojalebensmitteln durchaus positive gesundheitliche Effekte zugeschrieben. Es gibt Anhaltspunkte dafür, dass der regelmäßige Verzehr von Soja in der Zeit vor der Pubertät bei Mädchen das Risiko für Brustkrebs senkt. Hochaktuell sind Forschungsergebnisse, die belegen, dass Isoflavone in Sojaprodukten die Knochengesundheit fördern können. "Sie zeigen, dass vor allem die Isoflavonart Genistein eine knochenschützende Wirkung hat, wenngleich die Langzeitwirkung und die klinische Bedeutung noch auf dem Prüfstein stehen." weiß Prof. Sabine E. Kulling von der Universität Potsdam. Frauen, die unter Wechseljahresbeschwerden wie z.B. Hitzewallungen leiden, sollten ausprobieren, ob ihnen Sojaprodukte Besserung bringen.

Soja - die Abwechslung auf dem Speiseplan

Unter Ernährungswissenschaftlern gibt es keinen Zweifel daran, dass es sich bei Sojaprodukten um Lebensmittel handelt, deren Verzehr unbedenklich ist. Deutlich sollten Kapseln, die isolierte Sojaisoflavone enthalten, von essbaren Sojalebensmitteln, wie Tofu oder z.B. Sojadrinks unterschieden werden. Für Sojalebensmittel gibt es momentan keine Humanstudie, deren Ergebnisse vermuten lassen, dass ihr Verzehr für bestimmte Bevölkerungsgruppen kritisch zu sehen sei. Mit bereits zwei Gläsern Sojadrink am Tag kann jeder einen positiven Beitrag für seine Gesundheit leisten. "Sojaprodukte sollten als geschmackliche Alternative einfach zwischen herkömmlichen Erzeugnissen im Kühlschrank stehen," meint Prof. Helmut Heseker von der Universität Paderborn.

Für jeden Hersteller von Lebensmitteln ist es heutzutage ein Muss, sich nicht nur mit technischen und ökonomischen Aspekten auseinanderzusetzen, sondern sich auch mit der Fragen der Nachhaltigkeit zu befassen. In Sachen Umweltbelastung und Treibhauseffekt hat Soja wie die meisten pflanzlichen Produkte die deutlich bessere Bilanz im Vergleich zu tierischen Lebensmitteln aufzuweisen. "Man geht davon aus," so Prof. Guido Ritter von der FH Münster, "dass Soja oder Gemüse eine CO2-Belastung von 0,1 bis 0,5 Kilogramm Kohlendioxid pro Kilogramm Endprodukt bedeutet. Für Fleisch betragen die Schätzungen etwa 6,5 Kilogramm." Und entgegen häufiger Annahmen verwenden die Hersteller von Sojaprodukten heute keine Sojabohnen aus Regenwaldgebieten und auch keine gentechnisch veränderten Bohnen.


Quelle: Alpro Wissenschaftler Gremium
Autor: Springer Medizin
Stand: Sep 25, 2008


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