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Verbrauchersorgen

Knochenkiller Cola: Was ist dran an dem Gerücht?

Eine Studie renommierten der Harvard School of Public Health und der Harvard Medical School ergab ein fünfmal höheres Unfallrisiko von Cola trinkenden Mädchen. In Amerika gingen auf Grund der Bekanntgabe der Studienergebnisse die Umsätze um 10 Prozent zurück. Was sagen die deutschen Behörden und Ernährungswissenschaftler? Sollten wir Kindern den Genuss von Cola verbieten?

Bei der Studie der Harvard School of Public Health (HSPH) und der Harvard Medical School (HMS) wurden 460 Mädchen im Durchschnittsalter von 15 Jahren über einen längeren Zeitraum beobachtet. Bei sportlich aktiven Mädchen, die Cola trinken, wurde eine höhere Rate an Knochenbrüchen vermerkt als bei sporttreibenden Mädchen, die keine Cola oder andere Limonaden trinken.

Die amerikanischen Ärzte führen die Ergebnisse auf die Zusammensetzung des Getränks zurück und vermuten, dass der hohe Phosphat-Gehalt von Cola eine ungünstige Auswirkung auf die Kochensubstanz hat.

Was sagen die deutschen Behörden?

Das Gesundheitsamt in Weilheim, Oberbayern, hatte bisher von diesem Forschungsergebnis nichts gehört. Dr. Breu, Leiter des Amtes, meinte dazu: "Das ist wie mit allen Nahrungsmitteln und Genussmitteln, zu viel davon ist nicht ausgewogen und ungesund. Wenn man den Kindern den Genuss von Cola verbietet wird es nur interessanter. Das ist rein psychologisch nicht klug."

Das Amt für Landwirtschaft und Ernährung, Leitung Dr. Renner, reagierte ähnlich. Zuckerhaltige Limonaden, und dazu gehört auch Cola, sind grundsätzlich nicht besonders gesund. Über vermehrt auftretende Knochenbrüche, im Zusammenhang mit dem vorwiegenden Genuss von Cola konnte Renner nichts sagen.

Ausgewogene Ernährung kann Risiken auffangen

Alles nur viel Wind? Tatsache ist, dass Cola als einziges und überwiegendes Getränk, wie andere Zucker- und koffeinhaltige Limonaden, nicht gesund sind. Das bestätigte auch das Amt für Landwirtschaft und Ernährung. Die ausgegliche Ernährung mit Kohlehydraten, Mineralien, Vitaminen und Ballaststoffen ist immer noch der beste Garant für Gesundheit.

Geht man auch von den Umständen aus, dass die Mädchen an den Schoolen zu ihren Trink- und Sportverhalten befragt wurden und lediglich 460 Mädchen in einer Altergruppe einbezogen wurden, zweifeln sowohl Gesundheitsamt als auch Ernährungsberater die Studie an.

Außerdem muss davon ausgegangen werden, dass die Ernährungsgewohnheiten der amerikanischen Jugendlichen nicht identisch sind mit denen europäischer oder deutscher Jugendlicher. Damit ist die uneingeschränkte Übernahme dieser Forschungsergebnisse, deren Grundlage nach deutschen Vorgaben nicht unbedingt gegeben sind, nicht möglich.

Sicher ist allerdings die schädliche Wirkung von Phosphat auf die Knochensubstanz. Sicher ist auch, dass die Unfallgefahr bei Sportlern je nach ausgeübter Sportart grundsätzlich höher ist. Skateboarder und Skifahrer oder Fußballer haben ein wesentlich höheres Unfallrisiko gleichgültig, ob sie viel Cola trinken oder nicht.


Autor: Springer Medizin
Stand: Sep 20, 2001


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