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Skandal!

Nitrofen: Krebsrisiko ausgeschlossen

Nach dem Nitrofen-Skandal sorgt sich manch ein Verbraucher um seine Gesundheit. Doch die in Bio-Lebensmitteln nachgewiesenen Mengen an Nitrofen sind gering. Nach Meinung von Experten hat deshalb zu keiner Zeit ein erhöhtes Krebsrisiko bestanden. Dass jetzt noch nitrofenbelastete Lebensmittel im Handel sind, gilt zudem als unwahrscheinlich. Dennoch gibt es einiges zu bedenken.

Nitrofen ist seit vielen Jahren verboten: Bei Ratten und Mäusen wirkt es in sehr hohen Dosen krebserregend, zudem schädigt es die Entwicklung des Ungeborenen im Mutterleib. Doch dieses Ergebnis ist nicht direkt auf den Menschen übertragbar.

Bisher wurde das Unkrautvernichtungsmittel in Geflügelfleisch, Geflügelwurst, Eiern und Schweinefleisch aus ökologischer Erzeugung gefunden. Viele Hersteller und Handelsketten haben ihre Bio-Produkte deshalb aus dem Angebot genommen.

Schwangere sollten vorsichtig sein

Experten des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Veterinärmedizin bewerten die bisher in Lebensmitteln nachgewiesenen Nitrofenmengen als unbedeutend. Das Krebsrisiko war und ist zu vernachlässigen. Ein geringes gesundheitliches Restrisiko bleibt jedoch für schwangere Frauen - oder genauer: deren ungeborene Kinder.

So können sich Verbraucher schützen

Im Moment werden so viele Lebensmittel wie noch nie auf Nitrofen untersucht. Das Risiko, das jetzt noch nitrofenbelastete Lebensmittel im Handel sind, ist daher gering. Trotzdem gibt es für vorsichtige Verbraucher eine Reihe von Empfehlungen:

  • Wer ganz sicher gehen möchte, sollte sich beim Einkauf von Bio-Eiern, -Geflügel und -Schweinefleisch im Supermarkt oder Bioladen eine so genannte Unbedenklichkeitsbescheinigung vorlegen lassen: Sie garantiert, das die Produkte frei von Nitrofen sind.


  • Schwangere und stillende Frauen sollten nur noch vom Hersteller garantiert nitrofenfreie Eier und Fleischprodukte essen oder im Zweifelsfall lieber darauf verzichten.


  • Milch und Milchprodukte dürfen auf dem Speiseplan bleiben, denn diese Lebensmittel sind sehr wahrscheinlich nicht mit Nitrofen belastet.


  • Viele Hersteller von Säuglingsnahrung haben inzwischen mitgeteilt, dass sie für ihre Produkte eine Belastung mit Nitrofen ausschließen. Wer dennoch Zweifel hat, sollte direkt den Hersteller befragen.


  • Aktuelle und individuelle Empfehlungen zu allen Fragen rund um das Thema Nitrofen gibt es im
    Expertenrat Ernährung und auf
    www.was-wir-essen.de, eine Website des Bundesministeriums für Verbraucherschutz.


Autor: Springer Medizin
Stand: Jun 26, 2002


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