Ernährung bei Stress
Nervennahrung für stressige Arbeitstage
Wenn es im Job mal wieder hektisch zugeht, verzichten viele Arbeitnehmer auf eine richtige Mahlzeit. Doch wer das Essen einspart, schafft nicht unbedingt mehr.
Essen ist wichtig und im Idealfall obendrein lecker- so weit, so gut. Doch leider nimmt jeder Schmaus auch seine Zeit in Anspruch; Zeit, die anderswo investiert werden könnte. Gerade wenn die Arbeit sehr stressig wird und mehrere Aufgaben parallel bewältigt werden wollen, sparen viele Arbeitnehmer zuerst bei ihren Pausen ein - eine Zeitplanung, die sich schnell rächt.
Denn wer Mahlzeiten ausfallen lässt, riskiert einen rasanten Energieabfall. Schnell lässt die Konzentration nach und man braucht letztendlich mehr Zeit, um die anstehenden Aufgaben zu bewältigen. Daher sollten regelmäßige Pausen auch in stressigen Arbeitswochen eingehalten werden. Wer im Beruf stark eingespannt ist und in Stress-Phasen leistungsfähig bleiben will, sollte sich ernähren wie ein Ausdauersportler: mit ausgewogener leichter Kost, mit Vitaminen, Kohlenhydraten und Mineralstoffen", empfiehlt die Ernährungsexpertin Alexandra Krotz.
Die Realität gestaltet sich jedoch häufig weniger gesund. Wenn der Job zur Stressfalle gerät, greifen die, die sich überhaupt eine Pause gönnen, gern zu unkomplizierten und vor allem kalorienreichen Snacks. Dabei lassen sich die Stress-Esser in vier Gruppen unterteilen: Die erste Gruppe schließt all jene ein, die das Essen vollständig vergessen oder das Hungergefühl schlichtweg ignorieren. Und wenn es doch mal im Magen grummelt, wird der ein oder andere Liter Kaffee hinuntergekippt und mit einer Zigarette abgeschmeckt.
Alexandra Krotz: Gesund ist das natürlich nicht. Wer im Job fit und belastbar bleiben will, braucht täglich die Nährstoffe mehrerer Mahlzeiten, um sie in Energie umzusetzen. Wenigstens etwas Nervennahrung wie Joghurt, frisches Obst oder Müsli sollte man seinem Körper gönnen." Wer sich tagsüber immerzu zügelt, der wird am Abend übrigens gern vom Nasch-Jieper heimgesucht. Schon allein deshalb sollte man immer mal wieder die Energiereserven nachfüllen.
Die zweite Gruppe setzt sich hauptsächlich aus männlichen Vertretern zusammen, die in ihrer knappen Mittagspause zur nächsten Currywurst- oder Dönerbude flitzen. Das schnelle und vor allem fettige Essen belastet den Körper sehr und die Konzentration lässt spätestens am Nachmittag nach. Eingefleischte Fastfood-Fans sollten mittags auf gesündere Alternativen wie eine Asia-Gemüsepfanne oder Sushi umsteigen. Viele Supermärkte und Bäcker bieten außerdem belegte Baguettes oder fertige Salate an.
Die dritte Gruppe mag es besonders süß. Vor allem Frauen greifen bei Stress gern zu Schokoriegeln oder Gummibärchen, denn die süßen Freunde enthalten Serotonin, das die Stimmung aufhellt. Gesünder und kalorienärmer ist da Obst. Clementinen, Kiwis und Weintrauben schmecken nicht nur süß, sondern enthalten auch viele wichtige Vitamine. Wer trotzdem Schokolade braucht, sollte zu dunkleren Sorten mit hohem Kakaoanteil greifen. So wird der Appetit auf Schokolade schneller gestillt, und die dunklen Sorten sind besser für den Blutzuckerspiegel", so Alexandra Krotz.
Die vierte Gruppe gönnt sich nach den Strapazen des Arbeitstages eine besonders leckere und üppige Belohnung. Doch das Schlemmen am Abend ist fatal und kann den Schlaf kosten. In den Nachtstunden, die eigentlich der Erholung dienen, muss der Körper nun auf Hochtouren arbeiten. Abgeschlagenheit und Müdigkeit am nächsten Tag sind die Folgen. Wer nicht ganz auf die Belohnung verzichten will, sollte es mit einem Obstsalat mit Joghurt oder einer kleinen Portion Eis versuchen. Noch besser für die schlanke Linie ist ein Spielabend mit Freunden oder eine Runde Squash mit der Freundin.



