Nervennahrung
Was Nerven wirklich nährt
Bei Aktionären ist es der Dax, der in den Keller rutscht, bei der Mutter das schreiende Baby und beim Autofahrer der Typ, der ihm die Vorfahrt genommen hat. Stress ist unvermeidlich, doch lässt er sich mit einer vitalstoffreichen Ernährung besser ertragen. Schließlich verbrauchen die Stoffwechselvorgänge, die Stress auslöst, viele Vitamine, Mineralstoffe und Aminosäuren.
Mindestens ein Drittel aller Krankheiten in den Industriestaaten, so der kanadische Forscher Hans Seyle, sind auf Stress zurückzuführen. Entgegensteuern lässt sich mit Entspannungstechniken, aber auch mit der richtigen Ernährung.
In Zeiten besonderer Belastung schaltet der Stoffwechsel seinen Turbo ein und verbraucht mehr Vitalstoffe als vorhanden. Deshalb ist es wichtig, seine Speicher ständig gut gefüllt zu haben.
Glukose stimuliert das Glückshormon Serotonin
Leider reicht es aber nicht aus, ab und zu einzelne Nährstoffe zuzuführen - darauf fällt der Stoffwechsel nicht rein. Man muss sich generell vitalstoffreich und ausgewogen ernähren. Dazu gehören vor allem Vollkornprodukte, Obst, Gemüse, Fisch, Meeresfrüchte und in Maßen auch Fleisch.
Getreide, Obst und Gemüse sind pure Nervennahrung. Neben den wichtigen B-Vitaminen enthalten sie vor allem komplexe Kohlenhydrate. Diese wandelt der Körper in Glukose um, einen echten Nerventreibstoff. Fehlt der Nachschub an diesem Zuckerstoff, sinkt der Blutzuckerspiegel. Das führt zu Müdigkeit - aber auch zu einem Mangel an Serotonin. Das ist in Stress-Situationen nicht unwesentlich, denn das Glückshormon sorgt auch für Ruhe und Konzentration. Bis zu 50 Prozent der Nahrung, so Experten, sollte aus Kohlenhydraten bestehen.
Dinkelfett polstert die Nerven
Der Herkules unter den wertvollen Nahrungsmitteln ist Dinkel: Sein Fett kräftigt die Myelinscheiden, in die die Nerven eingebettet sind. Myelinscheiden sind kleinste "Fettpölsterchen" und sollten nicht zu dünn sein, da anderenfalls das Nervenkostüm leidet. Schon Hildegard von Bingen wusste die Kraft des Dinkels zu schätzen und setzte ihn in der Naturheilkunde ein. Das Super-Getreide ist in Brot, Brötchen und auch Nudeln zu finden.
Für zwischendurch eignen sich vor allem Avocados, Mangos und Datteln. Sie sind reich an Kohlenhydraten und sorgen zudem mit Vitaminen und Zink für geistige Power. Wer unter Volldampf steht, sollte es auch mit Petersilie, Salbei oder Kamillen- und Lindenblütentee versuchen: Petersilie ist reich an Vitamin A und C, Salbei wirkt entspannend auf die Muskulatur und ist schweißhemmend, Kamille und Lindenblüten wirken äußerst beruhigend.
Das Nervensystem braucht auch reichlich Flüssigkeit
Raucher sollten den Glimmstengel gelegentlich in der Packung lassen und lieber zu Haselnüssen greifen, denn sie haben einen besonders hohen Mineralstoffgehalt: an vorderster Stelle Phosphor, Magnesium, Kalium und Eisen, dazu reichlich Vitamin E und C.
Zu einer vernünftigen Ernährung gehört auch reichlich Flüssigkeit, am besten Mineralwasser, mindestens zwei Liter täglich. Nur so können die Botenstoffe auch ins Nervensystem gelangen.



