Nahrungsergänzungen
In seltenen Fällen kann Jodsalz schaden
Jodsalz ist nach Meinung vieler nationaler und internationaler Experten die Methode der Wahl, um Jodmangelkrankheiten zu beseitigen. Die in Jodsalz enthaltenen Jodmengen können weder für Schilddrüsenpatienten noch für Allergiker gefährlich werden, sagen sie. Doch bei manchen Menschen kann zusätzliches Jod das Risiko für die Hashimoto-Krankheit erhöhen.
Jod ist ein bedeutender Bestandteil der Schilddrüsenhormone. Diese sind sehr wichtig für die Steuerung von Wachstum, Knochenbildung, Stoffwechsel und die Entwicklung des Gehirns. Der Körper kann Jod kaum speichern. Deshalb muss er es jeden Tag wieder über Lebensmittel oder Medikamente aufnehmen.
Jodmangel ist weltweit der häufigste Nährstoffmangel
Wenn der Körper nicht genügend Jod erhält, kommt es zu einer Vergrößerung der Schilddrüse, die manchmal gefährliche Folgen für die Gesundheit haben kann. Auch Deutschland ist ein Jodmangelgebiet. Deshalb empfehlen Ärzte und Ernährungswissenschaftler:
- Regelmäßig natürlich jodhaltige Lebensmittel wie Schellfisch, Seelachs, Kabeljau, Eier, Milch und Milchprodukte essen.
- Zum Kochen, Backen und Würzen
Jodsalz verwenden. - Lebensmittel einkaufen, die mit Jodsalz hergestellt wurden, wie z.B. Brot, Milch- und Fleischprodukte, Fertiggerichte.
Die meisten Experten halten Jodsalz für ungefährlich
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung sowie viele andere nationale und internationale Gremien halten die Verwendung von jodiertem Salz für ungefährlich. Ein Zuviel ist ihrer Meinung nach nicht möglich. Auch wenn die Schilddrüse bereits erkrankt ist, braucht niemand auf Jodsalz zu verzichten, sagen sie. Denn aufgrund der geringen, gesetzlich begrenzten Jodmengen beeinflusse Jodsalz den Verlauf der Erkrankung und die Behandlung nicht. Nur sehr hohe Jodmengen in jodhaltigen Röntgenkontrastmitteln, Medikamenten, Desinfektionsmitteln oder in Algenerzeugnissen könnten die Funktion der Schilddrüse stören, räumen sie ein. Eine Jod-Allergie oder Jod-Akne, wie sie von Jodsalzgegnern oft beschrieben werden, gibt es nach Meinung dieser Wissenschaftler nicht.
Hashimoto-Kranke sollten ihren Arzt fragen
Bei den Medizinern gibt es zur Frage "Jodsalz für jedermann?" kontroverse Ansichten. Die zusätzliche Einnahme von Jod könne sich auch negativ auswirken, berichtete der Mainzer Mediziner Professor Lothar-Andreas Hotze in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Sie erhöhe bei Menschen mit einer entsprechenden Veranlagung das Risiko für die Hashimoto-Krankheit, einer Autoimmunerkrankung. Dabei richten sich Abwehrzellen gegen die Schilddrüse, was zu einer Unterfunktion führe. Bei 10% der Deutschen arbeite die Schilddrüse zu schwach, mehr als die Hälfte davon habe die Hashimoto-Krankheit. Eine Fehlfunktion der Schilddrüse könne durch einen Bluttest festgestellt und dann meist leicht behandelt werden, sagte Hotze. Für Hashimoto-Kranke ist es ratsam, ihren Arzt zu fragen, bevor sie zu Jodsalz greifen.



