Die schnelle Mahlzeit aus der Mikrowelle
Fertigessen muss nicht ungesund sein
Fertigmenüs haben nicht den besten Ruf. Dabei hat die schnelle Mahlzeit aus der Mikrowelle durchaus ihre Vorzüge. Auf die richtige Verfeinerung kommt es an.
Wer es eilig hat, der greift zu Fertigessen aus dem Supermarkt. Die Auswahl ist groß. Es gibt kaum eine Mahlzeit, die nicht in Tüten oder Dosen angeboten wird. Mit der Entscheidung für ein Produkt ist dann auch schon der schwerste Part erledigt. Anschließend einfach die Verpackung öffnen, hinein in die Mikrowelle, und nach wenigen Minuten steht die komplette Mahlzeit fertig auf dem Tisch.
Immer mehr Menschen greifen zu Convenience-Produkten, wenn der Magen knurrt, und plagen sich anschließend mit ihrem schlechten Gewissen herum. Immerhin sollen Fertigmenüs kaum Vitamine und Mineralstoffe enthalten und bringen zudem reichlich Kalorien mit sich. Doch sind die schnellen Sattmacher wirklich so schlecht wie ihr Ruf?
Ibrahim Elmadfa, Ernährungswissenschaftler von der Universität Wien, warnt, dass sich aufgrund der Fülle an Angeboten kein pauschales Urteil fällen lässt. Schließlich sei ein Fertiggericht so gesund, wie es seine Zusammensetzung erlaubt. Dennoch lassen sich laut Elmadfa nicht alle Schwachstellen leugnen. So enthalten Fertiggerichte im Schnitt weniger Vitamin A, Vitamin C, Calcium, Eisen und Ballaststoffe. Zudem liefern viele dieser Gerichte mehr Fett und Kalorien als frisch zubereitete Speisen.
Fertignahrung ist häufig sehr fettreich
"Im Schnitt sind die Fertigmahlzeiten fettreicher als frisch zubereitete Gerichte und enthalten weniger Gemüse", bekräftigt auch Mathilde Kersting vom Forschungsinstitut für Kinderernährung Dortmund. Viele Kinder stillen ihren Hunger an großen und kalorienreichen Essensportionen aus der Tiefkühltruhe und legen entsprechend an Gewicht zu. Elmadfa rät den Fans von Fast Food dazu, einen großen Bogen um gehaltvolle Fertiggerichte zu machen. Wer sich dabei an der Nährwerttabelle orientiert, kann nichts falsch machen. Eine Mittagsmahlzeit sollte nicht mehr als 20 Gramm Fett enthalten. Gerade Produkte mit reichlich Gemüse seien ideal, um Fette zu vermeiden und zusätzlich in den Genuss wichtiger Vitamine und Mineralstoffe zu kommen.
Eine weitere Schwachstelle von Fertiggerichten ist laut Elmadfa die Qualität der zugesetzten Fette. Häufig enthalten sie billige gesättigte Fette, die im Verdacht stehen, das Krebsrisiko zu erhöhen und Herzattacken zu begünstigen. Einige Fertiggerichte wie Pommes enthalten zudem Transfette. Diese stecken in gehärtetem Fett und treiben den Cholesterinspiegel und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in die Höhe.
Zusatzstoffe sind in der Regel ungefährlich
Auch die Zusatzstoffe, die sich mitunter zu Haufe in Fertiggerichten tummeln, geben immer wieder Grund zu Diskussionen. Zumindest in diesem Punkt kann Elmadfa die Fans der Fertignahrung beschwichtigen. In den üblichen Mengen sind die Zusatzstoffe unbedenklich. Entsprechende Nachweise müssen den Behörden vorliegen", so Elmadfa. Obwohl von Geschmacksverstärkern keine Gefahr für die Gesundheit ausgeht, sollten Eltern sie so oft wie möglich meiden, da sie die Geschmacksvorlieben von Kindern prägen können, so Kersting. Vorsichtig sollten zudem all jene sein, die sich mit Allergien gegen Emulgatoren herumplagen. Auch Unverträglichkeiten können vorkommen. Eine Unverträglichkeit kann sich in Durchfall und Blähungen äußern. Wer an solchen Beschwerden leidet, sollte die entsprechenden Zutaten unbedingt meiden.
Fertignahrung punktet in Sachen Frische und Geschmack
Bei all den Mängeln der Fertignahrung lassen sich jedoch auch einige Vorteile finden. So übertrumpfen die flinken Gerichte in Sachen Frische und Geschmack des Gemüses oft frische Ware. Durch die kurze Verarbeitungszeit sei der Vitamingehalt des Gemüses in vielen Fällen sogar höher als bei Selbstgekochtem.
Elmadfa und Kersting sehen kein Grund, Fertiggerichte aus der Küche zu verbannen. Um die schnellen Sattmacher etwas aufzuwerten, könne man mit frischen Zutaten nachhelfen. So lässt sich eine Tiefkühlpizza mit frischem Gemüse belegen und die Sahne auf so manchem Rezept der Fertigpackungen durch Milch ersetzen. "Die Convenience-Produkte sind durchaus mögliche Bestandteile einer gesunden Ernährung", sagt Elmadfa. Die große Auswahl im Supermarkt macht es möglich, gesunde und fettarme Speisen auszusuchen.



