Essen gegen vorzeitige Alterung

Essbare Substanzen mit "Jung-Effekt"

Zahlreiche Nahrungsmittel enthalten natürliche aktive Substanzen, die dem Körper dabei helfen, die Zellen vor schädlichen Umwelteinflüssen zu schützen.

Sie verbergen sich unter den Schalen von Obst und Gemüse oder stecken in Getreide, Milchprodukten, Fisch und Fleisch - die aktiven Substanzen. Man kann sie weder sehen noch schmecken und doch lohnt sich der Verzehr. Denn die winzigen Moleküle unterstützen den Körper dabei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen.

Oxidativer Stress wird von sogenannten freien Sauerstoffradikalen verursacht. Freie Radikale fallen als Produkt von Stoffwechselvorgängen im Körper an. Zudem stimulieren Stressfaktoren wie UV-Licht oder Rauchen die Produktion der aggressiven Substanzen. Freie Radikale schädigen Zellen und hemmen durch Wechselwirkungen mit den Chromosomen im Zellinneren die Zellteilung. Die Folgen sind Veränderungen in den Zellen (Degeneration) und letztendlich eine vorzeitige Alterung.

Natürliche aktive Substanzen aus der Nahrung können dabei helfen, die freien Radikale in Schach zu halten und so den oxidativen Stress einzudämmen. Damit verhindern sie den Abbau der Zellen und schützen vor Krankheiten und vorzeitiger Alterung.

Bisher tappen die Forscher noch im Dunkeln, wenn es um konkrete Mengenempfehlungen für die verschiedenen aktiven Substanzen geht. Fest steht jedoch, dass sich der Alterungsprozess mit einer Ernährung, die reich an Obst, Gemüse, Fisch, Vollkornprodukten und Milchwaren ist, deutlich ausbremsen lässt.

Nahrungs-Inhaltsstoffe mit "Jung-Effekt"

  • Vitamin C stimuliert das Immunsystem, sorgt für starke Gefäßwände, hilft bei der Stressbewältigung und stärkt die Zellstruktur. Reich an Vitamin C sind unter anderem Sanddorn, Zitrusfrüchte, Hagebutten, grüner Tee und schwarze Johannisbeeren.

  • Vitamin E ist ein wichtiges Antioxidans, das die Zellen vor freien Radikalen schützt und zudem den Fettstoffwechsel anregt. Es steckt in Nüssen, Weizenkeimen, Sonnenblumenöl, Leber und Fisch.

  • Zink ist am Fettstoffwechsel beteiligt und stärkt das Immunsystem. Es stabilisiert die DNA und ist an der Funktion der Stoffwechsel- und Sexualhormone beteiligt. Gute Zinklieferanten sind Krustentiere, z.B. Krebse, Käse und Fleisch.

  • Karotin ist ein wirksamer Radikalfänger, der die Haut- und Zeugungsfunktionen sowie das Wachstum unterstützt und die Risiken für den Körper durch UV-Bestrahlung senkt. Reichlich vorhanden ist es in Karotten, Kürbis, Aprikosen, Grünkohl, Fenchel und Fisch.

  • Selen hemmt Oxidationsprozesse in den Zellen und schützt sie so vor Degeneration. Der Mineralstoff steckt vor allem in Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten.

  • Polyphenole sind pflanzliche Sekundärstoffe. Sie wirken stark antioxidativ und sind vor allem in Rotwein, dunklen Fruchtsäften oder grünem und schwarzem Tee enthalten. Der Körper kann diese Sekundärstoffe am besten verwerten, wenn sie ihm über Flüssigkeiten zugefügt werden. Dennoch sind auch viele Obst- und Gemüsesorten als Polyphenol-Lieferanten geeignet.

  • Sulfide, die z.B. in Knoblauch oder Zwiebeln enthalten sind, riechen zwar schrecklich, sind aber besonders gut für den Organismus. Sie stärken das Immunsystem und unterstützen den Körper im Kampf gegen Bakterien und Viren. Zudem hemmen sie die Oxidation und schützen so die Zellen vor dem Abbau.

  • Phytoöstrogene sind pflanzliche Hormone, die hauptsächlich in Sojaprodukten enthalten sind, in geringeren Mengen jedoch auch in Leinsamen, Rotklee und Vollkornprodukten. Phytoöstrogene schützen vor Altersleiden wie Osteoporose, Herz- und Gefäßerkrankungen und scheinen auch das Brustkrebsrisiko zu reduzieren. Ferner gehen die Forscher davon aus, dass die pflanzlichen Hormone Wechseljahresbeschwerden wie Depressionen, Hitzewallungen und Schlafstörungen positiv beeinflussen können.


Autor: Sibylle Fünfstück,
Stand: Feb 6, 2008


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