Gesunde Ernährung
Unregelmäßige Mahlzeiten bringen die innere Uhr durcheinander
Altersforscher sind dem Geheimnis eines langen Lebens auf der Spur: Wer regelmäßig isst und auf ein üppiges Abendbrot verzichtet, lebt gesünder und länger.
Über Jahre hinweg rieten Ernährungsexperten zu fünf kleinen Mahlzeiten am Tag. Denn wer sich auf drei große Mahlzeiten am Tag beschränke, würde von Leistungstiefs und Heißhungerattacken geplagt werden. Nun rüttelt Chronobiologe Maximilian Moser von der Universität Klagenfurt an der gängigen Lehrmeinung. Wer mehr als drei Mahlzeiten am Tag zu sich nehme, gebe seinem Körper keine Gelegenheit, die Nahrung zu verdauen und bringe zudem die innere Uhr durcheinander, meint Moser.
Die Nahrungsaufnahme ist neben dem Licht der stärkste Zeitgeber. Für gewöhnlich sind die Vorgänge in den Zellen auf einen Takt von 24 bis 25 Stunden eingestellt. Wer permanent isst, verhindert laut Moser die Synchronisation seiner inneren Uhr, schadet seiner Gesundheit und bringt sich um kostbare Lebensjahre. Altersforscher vermuten, dass das Geheimnis eines langen Lebens weniger eine Sache der Nahrungszusammensetzung, als vielmehr des Rhythmus der Nahrungsaufnahme ist. Sie stießen auf die Beobachtung, dass Hundertjährige nach einem strengen Rhythmus essen und vermuten, dass es mit zunehmendem Alter immer wichtiger wird, die innere Uhr über eine regelmäßige Nahrungsaufnahme zu synchronisieren.
Doch nicht nur geregelte Essenszeiten sollen zu einem langen Leben verhelfen; auch die Menge der Nahrung ist entscheidend. Eiweißreiche Speisen wie Ei, Quark oder Brot mit Käse sorgen für einen besonders guten Start in den Tag. Etwas magerer als das Frühstück sollte das Abendbrot ausfallen. Denn je später geschlemmt wird, desto mehr Fett lagert der Körper an. Idealerweise nimmt man zwei bis drei Stunden vor dem Zubettgehen eine leichte Mahlzeit ein. Von nächtlichen Plündereien des Kühlschranks sollte man ganz lassen, denn das bringt die innere Uhr völlig aus dem Gleichgewicht. Zudem steig mit jedem nächtlichen Streifzug durch die Küche das Risiko für Übergewicht und Diabetes.



