
Großmutters Ernährungstipps
Oft nur Märchen?
Sicher sind Ihnen auch noch ein paar der Ernährungstipps aus Großmutters Zeiten bekannt, wie zum Beispiel: "Kartoffeln machen dick", "Rote Beete ist gut für das Blut" oder "Spinat enthält viel Eisen". Doch was ist wirklich dran, an diesen Weisheiten rund um Gemüse & Co.? Bei genauerem Hinsehen stellen sich einige als Ernährungsmärchen heraus.
Kartoffeln machen dick
"Iss nicht so viel Kartoffeln, die machen dick und stopfen." So oder ähnlich werden Kartoffeln häufig ins Abseits verbannt. Doch eigentlich ist die Kartoffel der Star unter den so genannten Beilagen, denn sie enthält kein Fett, reichlich Ballaststoffe und sehr wenige Kalorien. Der Vorteil der Kartoffel gegenüber Reis und Nudeln liegt darin, dass sie schon in kleinen Mengen eine sättigende Wirkung hat, was bei einer Diät sehr nützlich ist. Außerdem sind Kartoffeln heimliche Vitamin-C-Bomben.
Rote-Bete-Saft ist gut für das Blut
"Rote Bete macht das Blut schön dunkelrot." Wie oft hat man das in Kindertagen gehört? Doch wird aus Roter Bete wirklich der rote Blutfarbstoff Hämoglobin gebildet? Schön, wenn dies so einfach wäre - ist es aber leider nicht. Damit sich Hämoglobin bilden kann, ist eine regelmäßige Auswahl an eisenreichen Lebensmitteln wie Haferflocken, Hirse, Fleisch und Geflügel nötig.
Nach Kirschen kein Wasser trinken
"Nach Kirschen kein Wasser trinken, sonst gibt es starke Bauchschmerzen." Auch ein Märchen aus der Kinderzeit? Nicht ganz, an dieser Warnung ist wirklich etwas Wahres dran. Tatsächlich können nach dem Genuss von großen Mengen Steinobst Blähungen entstehen, auch ohne Wasser. Der Grund hierfür liegt in der Obstschale, auf der sich Hefekeime befinden, die im Magen zu gären beginnen. Wenn man dann noch Wasser oder etwas anderes getrunken hat, führt das besonders schnell zu Bauchweh und starken Blähungen. Deshalb gilt: Steinobst nur in kleineren Mengen und ohne zusätzliche Getränke.
Spinat ist besonders eisenreich
Wie viele Kinder haben Spinat regelrecht gehasst, denn kein Gemüse kam früher häufiger auf den Tisch als die gehackten, grünen Blätter. Besorgte Mütter dachten nämlich, Spinat sei besonders reich an Eisen. Leider enthält das grüne Gemüse gerade einmal 3,1 Milligramm Eisen und keine 31 Milligramm, wie immer angenommen wurde. Dieser Irrtum ist auf einen amerikanischen Arzt zurückzuführen, dem vor langer Zeit glatt das Komma verrutscht ist, so dass Experten auf der ganzen Welt aufgrund der sensationellen, aber falschen Werte den Spinat zum Königsgemüse kürten. Trotzdem ist Spinat sehr gesund. Allerdings eher wegen seines Folsäure- und Kalziumgehalts.



