Geschwister
Das zweite Baby: Eifersucht verhindern
Kleine Kinder sind zunächst stolz auf ihr neugeborenes Geschwisterchen. Bald aber stellt sich Eifersucht auf das kleine Bündel ein, das die Eltern rund um die Uhr umsorgen und hätscheln. Mutter und Vater können allerdings einiges unternehmen, damit die Entthronung das Erstgeborene nicht zu sehr trifft und sich seine Rivalitätsgefühle in Grenzen halten.
Kommt ein Geschwisterchen zur Welt, müssen die Großen plötzlich die Aufmerksamkeit und Liebe der Eltern teilen. Dass sich bei ihnen Eifersucht einstellt, ist also ganz normal. Während Zweitgeborene von vornherein mit einem Konkurrenten aufwachsen, schmerzt die bisherige Nummer eins der Verlust seiner Vormachtstellung.
Kinder zwischen anderthalb und vier Jahren leiden extrem
Besonders Kinder zwischen anderthalb und vier Jahren sind sehr eifersüchtig: Sie beginnen gerade, sich von den Eltern zu lösen. Während dieses Prozesses müssen sie sich der Zuneigung ihrer Eltern gewiss sein. Das neue Baby aber bedroht diese Sicherheit, die sie so dringend benötigen.
Kinder unter einem Jahr leiden wenig unter Familienzuwachs. Auch Kinder über fünf Jahre kommen meistens gut mit dem neuen Geschwisterchen zurecht.
Wer vorbeugt, gewinnt Freiräume
Mehrere kleine Kinder bedeuten für die Eltern zunächst harte Arbeit. Gelingt es ihnen jedoch, die Weichen für eine einigermaßen harmonische Beziehung unter den Geschwistern zu stellen, wird es für sie später leichter: Die Kinder spielen dann nämlich oftmals stundenlang miteinander.
Schon während der Schwangerschaft können Eltern das Geschwisterverhältnis positiv beeinflussen. Wenn das Baby da ist, lässt sich die Eifersucht durch geschickte Organisation des Alltags eindämmen.
Ältere Kinder müssen früh von der Schwangerschaft erfahren
Es ist ratsam, die bauchfreien ersten drei Monate der Schwangerschaft verstreichen zu lassen. Je kleiner die Kinder sind, desto später können die Eltern ihnen vom Baby erzählen. Ein- bis Zweijährige brauchen erst wenige Wochen vor der Geburt vom Nachwuchs zu erfahren. Größere Kinder dagegen benötigen mehr Zeit, sich an den Gedanken eines Geschwisterkindes zu gewöhnen.
Weiter sollten die Eltern:
- bei Gesprächen über das erwartete Kind betonen, wie süß das Erstgeborene als Baby war.
- das große Kind bei der Auswahl der Babyausstattung einbeziehen: So wird es ihm großen Spaß machen, aus seinen alten Spielsachen etwas für das Geschwisterchen auszusuchen.
- dem Großen nicht erzählen, welch toller Spielkamerad das Baby sein wird. Ratsamer ist, bei der Wahrheit zu bleiben und darauf vorzubeiten, dass das Neugeborene anfangs hauptsächlich trinken, schlafen und schreien wird.
Nach der Geburt wird Papa wichtiger
Da die Mutter nach der Geburt sehr mit dem neuen Baby beschäftigt ist, wird Papa für das Große wichtiger. Nimmt der Vater seiner Frau Arbeit im Haushalt und mit dem Baby ab, bleibt auch der Mutter mehr Zeit für ihr älteres Kind.
Bei der Umstellung auf ein Leben mit Geschwisterchen hilft dem großen Kind außerdem, wenn:
- das Erstgeborene mit einem Elternteil allein etwas unternimmt. So spürt es, dass es für beide Eltern wichtig geblieben ist.
- Vater und Mutter es in die Babypflege einbeziehen.
- während der Stillzeiten Lieblingsspielzeug und Kassetten im gleichen Raum bereitliegen. So lassen sich Radau und Eifersuchtsanfälle von vornherein vermeiden.
- die Eltern ihm Schonräume einräumen, sobald das Baby mobiler wird. Dann geraten kostbares Spielzeug und seine Bauwerke nicht in Gefahr.








