Computer & TV
Problematisch: Laufen lernen vor dem Fernseher
Neuere Untersuchungen haben ergeben, dass schon Eineinhalbjährige Alltagsgegenstände im Fernsehen wieder erkennen. Für TV-Produzenten ist dies Grund genug, auch dieser Zielgruppe Stoff anzubieten, aus dem die Träume sind. Doch Phantasie und Realität sind selbst bei Dreijährigen noch nicht voneinander getrennt. Deshalb stellt sich die Frage: Welche Fernsehinhalte sind für die Kleinsten geeignet?
Die Welt von Kleinkindern ist die Gefühlswelt: Nicht das, was Erwachsene sagen, ist für sie bedeutsam, sondern wie sie es sagen. Ein altes Stoffknäuel kann für das Kleinkind im Spiel ein ganz reales Baby sein. Wenn die Mutter das olle Stofftuch dann in den Mülleimer wirft, stellt sich dem Kind ganz zwangsläufig die Frage: "Schmeißt du mich auch irgendwann in den Eimer?"
Kleinkindern fehlt die Distanz zum Film
Auch Fernsehen erfassen Kleinkinder ausschließlich gefühlsmäßig. Sie verstehen die Handlung nicht, aber sie erleben den Film mit allen Sinnen und reagieren körperlich. Wenn sie der Figur im Fernsehen zurufen, mitspringen oder sich verstecken, wird deutlich, dass sie sich mittendrin befinden.
Niemals sollten die Jüngsten allein fernsehen
Weichen die Ereignisse im Film von den eigenen Erlebnissen ab, wird die fehlende Distanz problematisch. Wird beispielsweise eine Comic-Figur in eine Würfelform geschlagen, kann das zutiefst verstörend auf das Kind wirken. Deshalb gilt als oberstes Gebot: Kleinkinder sollten nie allein vor dem Fernseher sitzen.
Mit Ausnahme der Teletubbies gibt es im Fernsehen kein Angebot, das sich an Kinder unter drei Jahre richtet. Und bei dieser Sendung streiten sich die Gelehrten: Die Kritiker bemängeln vor allem die einsilbigen Laute der Figuren, welche die Sprachentwicklung der Kleinsten hemme. Die Befürworter loben dagegen die einfache Handlung, die der Erlebniswelt der Jüngsten entspreche.
Das Beste für die Entwicklung: das Gespräch mit den Eltern
Eine Frage bleibt dabei unberücksichtigt: Warum soll das Kleinste eigentlich fernsehen? Wer die Entwicklung des Lieblings fördern will, wählt die menschliche Kommunikation. Denn was der Fernseher nicht kann, beschreibt der Entwicklungspsychologe Gerd Mietzel: "Eltern bedienen sich einer Sprache, die den jeweils erreichten Stand der kindlichen Sprachentwicklung berücksichtigt und zu Antworten auffordert."








