
Angst und Sorge
Allein erziehende Mütter häufiger depressiv
Unter Depressionen leiden mehr Menschen als man gemeinhin annimmt. Frauen im Alter von 18 bis 44 Jahren sind häufiger betroffen als Männer. Wie die Monatsschrift Kinderheilkunde schreibt, reagieren besonders allein erziehende Mütter kleiner Kinder nicht selten mit depressiven Verstimmungen oder verstärkter Angst auf die Sorgen des Alltags.
Warum gerade sozial schwächer gestellte Frauen häufiger Angst und Depression entwickeln, versucht man über die Theorie der Bewältigungsstrategien zu erklären: Die empfundene Belastung ist zu hoch, als dass sie ohne weiteres bewältigt werden könnte. Sind Bewältigungsstrategien bei einer Dauerbelastung nicht gut ausgebildet, lässt sich die Stress-Situation schlechter meistern. Eine mangelnde Ausbildung, fehlende Perspektiven und aktuelle Probleme wie der Verlust des Arbeitsplatzes können dann schnell psychische Störungen auslösen.
Zehn Prozent der untersuchten Mütter leiden an erhöhter situativer Angst. Hiervon sind besonders Frauen betroffen, die arbeitslos sind oder deren Kind krank ist. Besonders geschiedene und allein erziehende Mütter, darunter vor allem Frauen mit niedrigem Bildungsniveau und geringem Familieneinkommen, beschreiben verstärkte Angst und Sorgen.
Depressive Mütter verhalten sich ihren Kindern gegenüber öfter ablehnend und unterstützen sie weniger als Nicht-Depressive. Die Kinder werden häufiger getadelt und erfahren weniger Wärme und Geborgenheit. Daher sollten Mütter mit Depressionen zum Wohle der gesamten Familie professionelle Hilfe suchen und eventuell eine psychiatrische Behandlung in Erwägung ziehen.









