Allein oder zu zweit?
Allein erziehen selten geplant
Alleine zu erziehen ist selten eine bewusst gewählte Lebensform. "Die heute oft verbreitete Ansicht 'Ich will ein Kind, aber keinen Mann' hat kaum Bedeutung", sagt die Mainzer Soziologin Heike Matthias-Bleck. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Soziologin, die im Frühjahr 2001 auf einem Fachkongress vorgestellt wurde.
Die Ergebnisse einer bundesweiten Untersuchung wurden auf der Jahrestagung 2001 der Sektion "Familiensoziologie" der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Mainz vorgestellt. Die Studie wurde durchgeführt an Soziologie-Instituten in Mainz, Hannover und Bamberg.
Bundesweit wurden 500 allein Erziehende befragt. Diese Lebensform sei selten bewusst geplant, sagte die Mainzer Soziologin. "Das hat uns schon überrascht." In Rheinland-Pfalz gab es nach Angaben des Statistischen Landesamts im im Jahr 2000 rund 79.700 Frauen und Männer, die ein oder mehrere Kinder unter 18 Jahren alleine aufzogen, rund 85 davon waren Frauen.
Mit dem Alleinerziehen als Lebenseinstellung verhalte es sich wohl ähnlich wie mit der Single-Gesellschaft: "Überall wird darüber geschrieben und dann glaubt man das. Wir leben aber nicht in einer Single-Gesellschaft", sagte Matthias-Bleck. Allein zu erziehen sei für viele nicht ein angestrebter Lebensstil, sondern werde meistens durch die Trennung vom Partner hervorgerufen. So seien knapp 60 Prozent der 500 Befragten bei der Geburt des Kindes verheiratet gewesen.








