
Kaffee & Tee
Wie Kaffee auf die Gesundheit wirkt
Kaffee gehört für viele Menschen zu ihrem Alltag. Allerdings scheint Kaffee viele Nebenwirkungen zu haben. Er soll das Herzinfarktrisiko steigern, Schlafstörungen hervorrufen und sogar unfruchtbar machen. Sind das alles nur Vorurteile
"Jetzt habe ich mir aber eine Tasse Kaffee verdient!" Dass Kaffee so gut tut, liegt nicht nur am Geschmack, sondern auch am Koffein. Die Wirkung dieses Psychostimulans zeigt sich durch:
- eine gesteigerte Aufmerksamkeit und Denkfähigkeit,
- einen beschleunigten und klareren Denkfluss,
- die Erweiterung der Herzkranzgefäße, wodurch die Sauerstoffversorgung des Herzens steigt und der Herzhythmus sich beschleunigt,
- eine Verengung der Hirngefäße und eine Minderung der Hirndurchblutung, was bei Migräne effektvoll sein kann,
- eine Entspannung der Bronchialmuskulatur, worüber sich Asthmatiker besonders freuen,
- vermehrtes Ausscheiden von Wasser und dadurch häufigeren Harndrang.
Koffein-Spuren im Körper
Die Wirkung von Kaffee zeigt sich schnell. Eine halbe bis dreiviertel Stunde nach dem Genuss einer Tasse Kaffee ist die höchste Koffein-Konzentration im Blut erreicht. Bis zu zwei Stunden lang hält sich dieser hohe Pegel, der in allen Körperregionen gleichermaßen nachweisbar ist. Dann beginnt der Abtransport und Abbau des Koffeins in der Leber. Die Hälfte des aufgenommenen Koffeins ist nach 3 bis 5 Stunden "entschärft". Ausgeschieden werden die Abbauprodukte schließlich beim nächsten Toilettengang.
Allerdings gibt es auch Ausnahmen bei diesen Prozess:
- Bei Schwangeren und älteren Menschen sowie Leberkranken und Frauen, die die Pille nehmen, ist der Abbauprozess verlängert: Die Wirkung des Koffeins im Körper ist länger spürbar.
- Extrem lange dauert der Abbau von Koffein bei Neugeborenen: Erst nach 82 Stunden ist die Hälfte des aufgenommenen Koffeins ausgeschieden.
Ist das Baby 3 bis 4 Monate alt, dauert der Vorgang noch volle 14 Stunden. - Bei Rauchern verschwindet Koffein wesentlich schneller aus dem Körper als bei Nichtrauchern.
Macht Kaffee süchtig?
Gibt es wirklich Kaffee-Süchtige? Zumindest existiert nach heutigem Wissen keine körperliche Sucht, wohl aber eine gewohnheitsmäßige Abhängigkeit.
Hinsichtlich der Abhängigkeit können folgende Aussagen gemacht werden:
- Der Entzug von Kaffee löst bei manchen Kaffeetrinkern Kopfschmerzen, Müdigkeit, Benommenheit, schlechte Laune, Konzentrationsschwächen und ein wachsendes Verlangen nach Kaffee aus.
- Bei mäßigem Kaffeekonsum treten keine nachweisbaren Schäden an den Organen auf.
- Gewohnheits-Kaffeetrinker klagen paradoxerweise seltener über Schlafstörungen als Kaffee-Abstinenzler.
Unerwünschte Folgen von zu viel Kaffee
Ernährungswissenschaftler gingen bisher davon aus, dass maßvoller Genuss von Kaffee dem gesunden Menschen nicht schadet. Neueste Untersuchungen zeigen eindeutige körperliche Reaktionen auf übermäßig viel Kaffee.
Wer über längere Zeit mehr als 4 Tassen Kaffee am Tag trinkt, also etwa 600 ml Kaffee mit rund 500 mg Koffein, kann unter plötzlichem Herzrasen, Herzrhythmusstörungen, Magen-Darm-Beschwerden, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen und Angstzuständen leiden.
Wem Panikattacken nicht fremd sind, der verspürt oftmals nach Kaffee-Genuss eine extreme Neigung dazu.
Kaffee erhöht Herzinfarktrisiko
Mit dem Herzinfarktrisiko durch Kaffegenuss haben sich zwei niederländische Studien beschäftigt. Bekannt war, dass sowohl ungefilterter als auch gefilterter Kaffee den Homocystein-Spiegel im Blutplasma erhöhen. Homocystein ist eine schwefelhaltige Aminosäure im Enzymstoffwechsel des Körpers. Mit dem vermehrt anfallenden Homocystein steigt die Gefahr von Herzinfarkten und Schlaganfällen. Für die erste Studie ließen Wissenschaftler 30 gesunde Versuchspersonen zwei Wochen lang täglich einen Liter ungefilterten Kaffee trinken. Eine Vergleichgruppe erhielt stattdessen die gleiche Menge Wasser, Milch und andere Getränke. Bei den Kaffeetrinkern kam es zu einer zehnprozentigen Erhöhung des Homocysteinspiegels.
Diese Studie wurde in der Februar-Ausgabe 2000 des bekannten Fachblattes American Journal of Clinical Nutrition publiziert.
Die niederländische Universität Wageningen berichtet auf ihrer Internetseite sogar, dass der gleiche Versuch mit gefiltertem Kaffee zu einem Homocystein-Anstieg um 20 Prozent führte. Da die cholesterinsteigernden Substanzen (Diterpene) nur im ungefilterten Kaffee vorkommen, handelt es sich bei den gesundheitsschädlichen Inhaltsstoffen vermutlich um Substanzen, die in beiden Formen des Kaffees vorkommen. Diesen Wirkfaktoren sind die holländischen Wissenschaftler derzeit auf der Spur.
Kaffee und Schwangerschaft: kein gutes Team
Neue Studien haben ergeben, dass ein Übermaß an Kaffee die Befruchtung hinauszögert oder sogar verhindern kann. Ebenso wird gerade untersucht, ob es einen Zusammenhang zwischen Fehlgeburten und Kaffeekonsum gibt. Hier liegen allerdings noch keine endgültigen Ergebnisse vor.
Die Food and Drug Administration (FDA) in den USA spricht folgende Empfehlungen aus:
- Wenn Sie eine Schwangerschaft in Erwägung ziehen, sollten Sie Ihren Koffeinkonsum begrenzen: Es gibt Hinweise darauf, dass Koffein in sehr hohen Dosen - zumindest bei Tieren - vermehrt Veränderungen im genetischen Material (Chromosomenaberrationen) verursacht und zu Fehlgeburten führen kann.
- Wenn Sie Stillen, sollten Sie ebenfalls Ihren Koffeinkonsum auf 2 Tassen Kaffee am Tag einschränken, denn das Koffein geht direkt in die Muttermilch über.
Koffein verringert außerdem das Geburtsgewicht von Kindern, wenn es während der Schwangerschaft in größeren Mengen konsumiert wird. Auch hier belegen Untersuchungen, dass das Koffein nicht nur direkt durch die Plazenta in den kindlichen Organismus übergehen kann, sondern dass der Koffeingehalt im Körper des Ungeborenen genauso hoch ist wie bei der Mutter.
Übrigens: Wird übermäßiger Kaffeekonsum zusätzlich mit Zigaretten-Genuss kombiniert, fallen die Ergebnisse noch schlechter aus!
In einer der erwähnten Studien wurden zum Thema "unerfüllter Kinderwunsch" ca. 3.100 Frauen zwischen 25 und 44 befragt, wie lange ungeschützter Sex bei ihnen erfolglos blieb. Das Ergebnis stimmt nachdenklich: Diejenigen, die mehrere Tassen Kaffee am Tag konsumierten, mussten eindeutig länger auf den Kindersegen warten.
Koffein - Der geheime Inhaltsstoff
Das Wort Koffein assoziiert jeder mit Kaffee. Allerdings ist der Muntermacher auch in anderen Getränken, Medikamenten und Nahrungsmitteln enthalten:
| Produktbeispiele | durchschnittlicher Koffein-Gehalt |
| eine Tasse Kaffee | 100 mg |
| eine Tasse Tee | 50 mg |
| eine Tasse Kakao | 5 mg |
| 100 g Halbbitterschokolade | 90 mg |
| 100 g Vollmilchschokolade | 15 mg |
| 250 ml Energy-drinks (red bull, flying horse u.a.) | 80 mg |
| 333 ml Cola-Getränke, | 40 mg |
| rezeptfreie Schmerzmittel (Aspirin, compact Thomapyrin, Doppel-Spalt u.a.) | 50 mg |
| rezeptfreie Grippemittel (Grippostad C u.a.) | 25 mg |






