Krebs
Typ-2-Diabetiker häufiger krebskrank
Eine neue Studie zeigt, dass Typ-2-Diabetiker ein erhöhtes Erkrankungsrisiko für zahlreiche Krebsarten wie etwa Bauchspeichel- und Leberkrebs haben.
Wissenschaftler aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum haben die bisher größte Studie beendet, die den Zusammenhang zwischen Krebsrisiko und Diabetes beleuchtet, und nun ihre Ergebnisse präsentiert. Demnach haben Patienten mit Typ 2-Diabetes ein erhöhtes Erkrankungsrisiko für zahlreiche Krebsarten. Besonders auf die Wahrscheinlichkeit von Leber- oder Bauchspeicheldrüsenkrebs scheint sich die Stoffwechselerkrankung auszuwirken.
Um genaue Aussagen darüber treffen zu können, welche Krebsarten von einem Diabetes beeinflusst werden, analysierte Kari Hemminki im Deutschen Krebszentrum zusammen mit Kollegen in Schweden und den USA Daten von 125.126 schwedischen Typ-2-Diabetikern, die sich zur Behandlung in ein Krankenhaus begeben hatte. Die Forscher überprüften, wie häufig die Patienten an Krebs erkrankt waren und verglichen das Ergebnis mit der Krebshäufigkeit in der schwedischen Allgemeinbevölkerung.
Das Ergebnis: Typ-2-Diabetiker haben ein erhöhtes Erkrankungsrisiko für 24 der untersuchten Krebsarten. Besonders deutlich trat die Risikosteigerung bei Bauchspeicheldrüsen- und Leberzellkrebs zutage. Typ-2-Diabetiker erkrankten 6-mal bzw. 4-mal häufiger daran als die Allgemeinbevölkerung. Im Falle von Krebs der Nieren, Schilddrüse, Speiseröhre, des Nervensystems und des Dünndarms zeigten die Diabetiker ein etwa doppelt so hohes Erkrankungsrisiko.
Noch wissen die Forscher nicht, ob Krebs und Diabetes auf dieselben Risikofaktoren zurückgehen. Möglich wäre auch, dass die Stoffwechselerkrankung Prozesse im Körper auslöst, die eine Entartung der Zellen begünstigen.
Publikation: Kari Hemminki et al: Risk of Cancer Following Hospitalization for Type 2 Diabetes. The Oncologist 2010, DOI: 10.1634/theoncologist.2009-0300


