Diabetes & seltene Erkrankungen
Mukoviszidose: Diabetes Typ 3 frühzeitig therapieren
Viele Mukoviszidose-Patienten leiden an Diabetes mellitus Typ 3. Eine frühzeitige Insulin-Therapie kann den Betroffenen wertvolle Lebenszeit schenken.
Rund 8000 Menschen in Deutschland leiden unter der unheilbaren Erbkrankheit Mukoviszidose, in deren Verlauf verschiedene Organe ein zähes Sekret bilden. Geschieht dies in der Lunge, drohen schwere Infektionen. Ein Viertel aller Menschen mit Mukoviszidose oder zystischer Fibrose (CF) erkranken außerdem bereits im Kindesalter an einem Diabetes mellitus Typ 3.
Während viele der Patienten früher bereits in jungen Jahren Infektionen erlagen, gewinnen Begleiterkrankungen wie etwa Stoffwechselerkrankungen aufgrund der stetig steigenden Lebenserwartung rapide an Bedeutung. „Die häufigste Begleiterkrankung ist ein Diabetes mellitus, an dem bis zu 30 Prozent der Patienten im Verlauf ihres Lebens erkranken”, erläutert Dr. Manfred Ballmann von der Abteilung Pädiatrische Pneumologie und Neonatologie der Medizinischen Hochschule Hannover.
Bei einem Diabetes Typ 3 verstopfen Sekrete der Bauchspeicheldrüse die Ausführgänge und schädigen die Inselzellen, in denen unter anderem Insulin gebildet wird. Der daraus resultierende Insulinmangel lässt sich schon in frühem Kindesalter durch einen oralen Glukosetoleranztest nachweisen. Die frühzeitige Diagnose ist deshalb so wichtig, weil Diabetes die Lungenfunktion weiter verschlechtert und somit die Lebenserwartung der jungen Patienten verschlechtern kann. Eine frühe Behandlung mit Insulin kann die Lebenserwartung von CF-Patienten verbessern. Sie ist außerdem bisher die einzige geprüfte Diabetes-Therapie für die Betroffenen. Klinische Studien testen zurzeit, wie sich blutzuckersenkende Tabletten (sogenannte orale Antidiabetika) auf den Krankheitsverlauf auswirken.


