Diagnoseverfahren
Fett in der Bauchspeicheldrüse = Diabetes?
Übergewichtige Menschen haben ein höheres Risiko an Diabetes zu erkranken. Soweit ist das nichts Neues. Doch zeigt sich nun, dass vor allem der Fettanteil in der Bauchspeicheldrüse eine Rolle bei der Entwicklung eines Diabetes zu spielen scheint.
Forscher gehen schon länger davon aus, dass übergewichtige Menschen auch in der Bauchspeicheldrüse einen höheren Anteil an Fett aufweisen. Bisher war dies allerdings lediglich eine Annahme. Mit der Magnetresonanzspektroskopie (MRS) ist es jetzt möglich, den Fettanteil in der Bauchspeicheldrüse zu messen. Ein Test dauert circa 20 bis 30 Minuten.
Die Eignung der MRS zur Bestimmung des Fettanteils in der Bauchspeicheldrüse und den möglichen Zusammenhang mit Diabetes haben Wissenschaftler in einer Studie mit 79 Erwachsenen untersucht. Die Teilnehmer wurden abhängig von ihrem Body-Mass-Index (BMI) in vier Gruppen aufgeteilt. In diesen Gruppen ermittelten die Forscher jeweils den Fettanteil in den Bauchspeicheldrüsen der Probanden. Bei den Übergewichtigen und Adipösen (BMI > 25) zeigte sich ein deutlich höherer Fettanteil in der Bauchspeicheldrüse. Zudem stellten die Wissenschaftler fest, dass es bei den Teilnehmern mit einem ähnlichen BMI einen Unterschied hinsichtlich des Fettanteils der Bauspeicheldrüse gab: Patienten mit diagnostiziertem Prädiabetes oder Diabetes hatten mehr Fettzellen.
Damit scheint die MRS eine geeignete Methode zu sein, über den Fettanteil der Bauchspeicheldrüse einen Diabetes Typ 2 früher zu erkennen und damit einen rechtzeitigen Therapiebeginn zu erreichen. So könnten Spätfolgen der Volkskrankheit vermieden werden, erklärte die Studienleiterin Dr. Ildiko Lingvay.Um den Zusammenhang zwischen dem Fettgehalt der Bauchspeicheldrüse und dem Risiko eines Diabetes weiter zu erforschen, müssten nun weitere Untersuchungen folgen, schließen die Forscher. Zunächst wollen sie daher untersuchen, ob eine Verminderung des Fettgehalts in der Bauchspeicheldrüse auch das Risiko eines Diabetes senkt.


