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Diabetes mellitus Typ-1

Typische Krankheitszeichen

Die Symptome des Typ-1-Diabetes treten aufgrund des absoluten Insulinmangels in der Regel sehr akut und dramatisch auf. Beim Typ-2-Diabetes kann dagegen oft jahrelange Beschwerdefreiheit herrschen.

Je nachdem, wie stark die Betazellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) bereits vom eigenen Immunsystem geschädigt sind, treten die Symptome in unterschiedlicher Ausprägung auf. Beim Typ-1 Diabetes (früher als Jugenddiabetes bezeichnet) sind es aber in der Mehrzahl der Fälle hochakute Krankheitszeichen, die zu Arztbesuch und Diagnose führen. Die klassischen Symptome eines Typ-1 Diabetes sind starker Durst (Polydipsie), häufiger Harndrang (Polyurie), unbeabsichtigter Gewichtsverlust, hochgradige Müdigkeit und die sogenannte Ketoazidose, die an einer nach Azeton (fruchtig bzw. nach grünen Äpfeln) riechenden Ausatemluft zu erkennen ist. Weitere typische Symptome können Schwäche, übermäßiger Hunger, erhöhte Infektanfälligkeit, schlechte Wundheilung, Wadenkrämpfe, verminderte Sehschärfe und Juckreiz sein.

Umgehend zum Arzt gehen

Wenn Sie unter diesen Symptomen leiden und sie nicht durch andere Ursachen zu erklären sind, sollten Sie Ihren Arzt unverzüglich aufsuchen. Er kann durch einen Test auf Zucker im Urin und einen Blutzuckertest schnell und einfach feststellen, ob Ihr Glukosehaushalt durcheinander ist bzw. ob ein Insulinmangel besteht. Zwar tritt der Typ-1 Diabetes in der überwiegenden Zahl der Fälle bereits im Kindesalter auf. Dennoch spricht es nicht gegen einen Typ-1 Diabetes, wenn diese klassischen Symptome erst im Erwachsenenalter auftreten. Denn diese Diabetesform kann sich auch erst spät im Leben manifestieren und wird dann als LADA (latent autoimmune diabetes in adults) bezeichnet. Die schnelle Diagnose ist beim Typ-1 Diabetes wichtig, weil sich andernfalls innerhalb von wenigen Tagen bis Wochen ein schweres Krankheitsbild entwickeln kann. Denn durch den Insulinmangel kann der Körper Zucker im Blut nicht oder nur in geringem Maße als Energiequelle verwerten. Der Stoffwechsel wird umgeschaltet; es werden vermehrt Fette in der Leber abgebaut (Lipolyse). Über diesen Stoffwechselweg, der auch als „Hungerstoffwechsel“ bezeichnet wird, entstehen sehr viele Ketonkörper, die zu einer Übersäuerung des Blutes führen, was als Ketoazidose bezeichnet wird. Dieser Zustand kann lebensbedrohlich sein und sich zunächst durch unspezifische Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Polyurie, quälendem Durst oder Schwäche äußern. Im weiteren Verlauf kommt es dann zur Austrocknung (Exsikkose), der sogenannte Kußmaul-Atmung und im Extremfall zu einer als diabetisches Koma bezeichneten Bewusstseinseintrübung bzw. Bewusstlosigkeit, die eine sofortige notfallmedizinische Versorgung erforderlich macht. Heute wird der Typ-1 Diabetes aber meist früh genug erkannt, sodass diese lebensbedrohliche Situation selten geworden ist.


Quelle: Kerner W et al.: Definition, Klassifikation und Diagnostik des Diabetes mellitus.
Evidenzbasierte Leitlinie DDG. Aktualisierung 10/2004. Online veröffentlicht unter www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de
Guder W. G.: Das Laborbuch für Klinik und Praxis, Urban & Fischer Verlag, 2005Alexander K. et al.: Thiemes Innere Medizin TIM, Georg Thieme Verlag, Stuttgart, New York, 2005
Autor: Dr. Wiebke Kathmann
Stand: Jul 28, 2010


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