Therapie
Medikament lässt Lungentumore schrumpfen
Forscher sind bei Versuchen mit Mäusen auf eine Substanz gestoßen, die Patienten mit der besonders gefährlichen Form von kleinzelligem Lungenkrebs helfen könnte.
Der Wirkstoff beseitigte die kleinzelligen Lungenkrebstumore in 50 Prozent der behandelten Mäuse und blockierte die Fähigkeit der Zellen, einer Chemotherapie zu trotzen. Die Forscher des Imperial College London hoffen nun, das Medikament bald an Patienten mit einer inoperablen Form der Erkrankung testen zu können.
Lungenkrebs fordert alljährlich zahlreiche Opfer. Die kleinzellige Form der Erkrankung macht 20 Prozent der Fälle aus und hat eine besonders schlechte Prognose. Nur 3 Prozent der Betroffenen überleben die nächsten fünf Jahre, denn der Krebs wandert so schnell, dass eine Operation meistens nicht greift. Chemotherapie oder auch die Radiotherapie können die Größe der Tumore verringern, doch die Tumore wachsen schnell wieder nach und werden resistent gegen weitere Behandlungen.
Verantwortlich dafür ist das Wachstumshormon FGF-2. Es scheint die Zellteilung zu beschleunigen und jenen Mechanismus einzuleiten, der die Krebszellen resistent gegen Chemotherapie macht. Die Substanz PD173074 blockiert die Anlagerung des Wachstumshormons an Tumorzellen und verhindert so die Effekte des Hormons. Ursprünglich als Medikament gegen Blutgerinnsel eingesetzt, könnte es schon bald als Pille gegen Lungenkrebs Anwendung finden.
Professor Michael Seckl erläutert, dass dringend neue Behandlungsmethoden für Lungenkrebs benötigt werden. Er hofft, dass das Medikament bereits nächstes Jahr in klinischen Studien am Patienten getestet werden kann. Anfänglich wurde die Substanz an Zellen ausgetestet, die menschlichen Tumoren entnommen wurden. Nachfolgende Tests an Mäusen zeigten, dass das Medikament sowohl als alleinige Therapie als auch in Kombination mit einer herkömmlichen Chemotherapie Wirkung zeigt.



