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Ernährung

Brauchen Zweijährige Essmanieren?

Entspannend sind Mahlzeiten mit Kleinkindern selten: Ständig müssen sich die Eltern nach heruntergefallenen Nudeln oder Gemüsestückchen bücken, Saftpfützen beseitigen und das Lätzchen wieder richten. Mancher Mutter und manchem Vater vergehen dabei der Appetit. Viel lieber würden sie getrennt von den Kindern essen. Doch gerade das sollten sie nicht tun.

Nur von seinen Eltern kann ein Kind lernen, wie man isst, ohne seine Mitmenschen zu belästigen. Das bedeutet aber nicht, dass die Eltern Anweisungen geben müssen wie "nun schmatz doch nicht so" oder "nimm' die Hand aus dem Mund". Viel wichtiger ist, dass das Kind sieht, wie sich Vater und Mutter beim Essen benehmen. "Tischmanieren werden dem Kind weniger anerzogen als vielmehr von Eltern und Geschwistern vorgelebt. Es ist das Vorbild, das erzieht, und nicht der Mahnfinger", schreibt der Schweizer Kinderarzt Remo H. Largo in seinem Buch "Babyjahre" (Piper, 2000).

"Panschen muss sein"

Viele Ermahnungen sind oft auch sinnlos, weil ein Kind von 1-2 Jahren seine feinmotorischen Fähigkeiten gerade erst entwickelt. Es ist darum ganz normal, wenn der Löffel mit den Kartoffeln anfangs gelegentlich auf der Stirn landet. Doch je mehr das Kind übt, desto geschickter wird es.

In der ersten Zeit wird das Kind oft noch die Hände zur Hilfe nehmen - auch dies ist im 2. Lebensjahr noch natürlich. "Panschen muss sein, das gehört zur Entwicklung der Sinne", sagt die Ernährungswissenschaftlerin und LIFELINE-Expertin Ulrike Limmer. Es empfiehlt sich deshalb, das Gemansche und Gepansche nicht zu verbieten.

Mit dem Essen spielen sollte tabu sein

Ausspucken dagegen sollte nur erlaubt sein, wenn das Kleine das erste Mal eine neue Speise probiert und diese nicht mag oder das Essen zu heiß ist. Wenn der Nachwuchs mit dem Essen spielt, ist es ebenfalls ratsam einzuschreiten. "Spielt das Kind mit dem Essen oder wirft es zu Boden, ist es wahrscheinlich nicht mehr hungrig. Wenn es auf die Aufforderung, weiterzuessen, in seinem Tun fortfährt, nehmen die Eltern das Essen weg", so Largo.

Es ist allerdings nicht hilfreich, wegen gelegentlicher Verstöße gegen die guten Sitten in Rage zu geraten. Das kann dazu führen, dass das Kind irgendwann das Essen nur ausspuckt, um Aufmerksamkeit zu erheischen. Besser ist dagegen, das Kind zu loben, wenn es sich bemüht, manierlich zu essen.


Quelle: Remo H. Largo, "Babyjahre", Piper, 2000
Autor: Springer Medizin
Stand: Feb 6, 2008


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