Ernährung zur Prävention
Nüsse und Fisch gegen Lungenkrebs
Wer einen hohen Vitamin-B6-Spiegel im Blut vorweisen kann, verringert dadurch deutlich die Wahrscheinlichkeit, an Lungenkrebs zu erkranken. Das ergab eine aktuelle Studie.
Menschen mit großen Mengen an Vitamin B6* oder der Aminosäure Methionin* im Blut scheinen ein geringeres Lungenkrebs-Risiko zu haben - selbst dann, wenn sie rauchen. Zu diesem Ergebnis kommen europäische Wissenschaftler unter Federführung der International Agency for Research on Cancer, Lyon. Demnach verringern hohe B6- beziehungsweise Methionin-Pegel das Risiko um die Hälfte.
Forschungsleiter Paul Brennan und Kollegen untersuchten die Daten von rund 400.000 Patienten, die an der sogenannten EPIC-Studie ("European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition") teilgenommen hatten. In dieser Studie wurde untersucht, wie sich der Mangel an B-Vitaminen auf die Gesundheit auswirkt - besonders auf Körperzellen und deren mögliche Entartung. Die Forscher interessierten sich hauptsächlich dafür, ob sich bei ansteigenden Vitamin-B6- oder Methionin-Werten die Wahrscheinlichkeit ändert, an Lungenkrebs zu erkranken. Das Ergebnis: Hatten Patienten überdurchschnittliche Werte des Vitamins oder der Aminosäure, so war das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, um mindestens 50 Prozent niedriger.
Vitamin B* und Methionin* kommen natürlich in Nüssen, Fisch und Fleisch vor. Sie können auch über Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden. Allerdings ist es zu früh, um eine vorbeugende Einnahme von Vitaminen zu empfehlen. Zunächst gilt es, die optimalen Vitamin-B6-Werte im Blut zu ermitteln.
Man hat dabei die "Karriere" des Betakarotins, einer pflanzlichen Vorstufe des Vitamin A im Kopf: Betakarotin war in den 1990er-Jahren als „Rauchervitamin“ populär und wurde zum Schutz vor Lungenkrebs bei Rauchern propagiert. Doch Studien zeigten: Raucher, die Betakarotin als Nahrungsergänzungsmittel (Dosis mindestens 20 mg) einnahmen, erkrankten deutlich häufiger an Lungenkrebs als die Placebogruppe. In beiden Studien wurden Raucher untersucht, die entweder schon lange rauchten oder mindestens fünf Zigaretten täglich konsumierten. Eine vergleichbare Risikoerhöhung wurde für Arzneimittel mit geringerem Betakarotin-Gehalt nicht nachgewiesen.
Das Bundesgesundheitsamt für Verbraucherschutz (BgVV) empfiehlt Rauchern seither, auf den Verzehr von betakarotinhaltigen Nahrungsergänzungsmitteln, Vitaminpräparaten und Getränken, die mit Betakarotin angereichert sind, zu verzichten. Die hierin enthaltenen Betakarotin-Mengen kommen den Dosierungen nahe, die in Verbindung mit dem Rauchen negative Wirkungen provozierten.
Gesundheitlich völlig unbedenklich ist dagegen die Aufnahme von Betakarotin aus Obst und Gemüse. Das BgVV spricht sich ausdrücklich dafür aus, den täglichen Vitaminbedarf durch reichlichen Verzehr von Obst und Gemüse zu decken.
Glossar
Vitamin B6: Das Vitamin B6 ist im Körper meist in ausreichenden Mengen vorhanden, da es in fast allen Lebensmitteln in geringen oder auch größeren Mengen vorhanden ist. Es ist ein wichtiges Vitamin für die Funktion von Nerven sowie eine gesunde Haut.
Methionin: Methionin ist als sogenannte Aminosäure ein Baustein für die Bildung von Eiweiß. Es ist neben der Aminosäure Cystein die einzige schwefelhaltige und eiweißbildende Aminosäure und kann zum Beispiel Nierensteine verhindern helfen. Methionin wird nicht vom Körper gebildet, sondern muss ausschließlich durch Nahrung von außen zugeführt werden.
„Bronchialkarzinom: Schützen Obst und Gemüse Raucher vor Krebs?“ & „Regel Nr. 1 zum Schutz vor Krebs: Rauchen Sie nicht!“ Kommentar von Martin Kohlhäufl In❘Fo❘Onkologie 2010;13(2):36



