IPF rät: Vor der Urlaubsreise Thromboserisiko testen lassen
Schwangere Frauen sind besonders gefährdet
Sommerzeit ist Reisezeit. Oft bedeutet das stundenlanges Sitzen im Auto oder Flugzeug, ehe man am Wunschziel angekommen ist. Doch gerade Schwangere sollten vor Reisebeginn ihr Thromboserisiko durch einen einfachen Bluttest überprüfen lassen, rät das Infozentrum für Prävention und Früherkennung (IPF). Denn Thrombosen sind während einer Schwangerschaft häufiger als bei Frauen gleichen Alters, die kein Kind erwarten. Kommen noch weitere Risikofaktoren wie eine vererbte Störung der Blutgerinnung, starkes Übergewicht oder Rauchen hinzu, steigt die Gefahr nochmals deutlich an.
Eine Thrombose ist der Verschluss eines Blutgefäßes durch ein Blutgerinnsel (Thrombus). Während einer Schwangerschaft kann ein solcher Verschluss nicht nur eigene Gefäße betreffen, sondern auch die der Plazenta. Es kommt zu einer Unterversorgung des Kindes und im schlimmsten Fall zu einer Ablösung der Plazenta von der Gebärmutterwand. Als Folge einer Schwangerschaft verändert sich außerdem die Gerinnungsfähigkeit des Blutes, damit bei der Geburt weniger verloren wird ? das erhöht die Thrombosegefahr. Darüber hinaus werden die Venen einer höheren Belastung ausgesetzt, da sich das Blutvolumen im Laufe einer Schwangerschaft um 20 Prozent erhöht und die wachsende Gebärmutter auf die Gefäße drückt. Auch der veränderte Hormonhaushalt spielt eine Rolle.
Junge Frauen sind vor allem von Thrombosen betroffen, wenn sie eine angeborene Thromboseneigung haben. Die häufigsten Ursachen dafür sind die Veränderungen des Gerinnungsfaktors V oder des Prothrombin-Gens. Die Risikoabschätzung erfolgt mittels Anamnese oder Gerinnungsanalyse (Blut- oder Plasmatest).
Wird eine Thrombose frühzeitig erkannt, kann sie jedoch gut therapiert werden. Eindeutige Anzeichen sind ziehende Schmerzen, ähnlich einem Muskelkater. Beinvenenthrombosen äußern sich vor allem durch einseitige Schmerzen in der Wade oder der Leiste. Hinzu kommen Schwellungen und Schweregefühl. Ein Gerinnsel in der Lunge kündigt sich durch Atemnot und Schmerzen im Rücken an.
Durch Ultraschall kann der Thrombus genau lokalisiert werden. Das Verfahren ist für das Baby unbedenklich. Sogar bei Schwangeren mit schwerwiegenden Risikofaktoren können Komplikationen praktisch auf null reduziert werden. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass Schwangere mit einem erblichen Risikofaktor und einer Thrombose in der eigenen Krankengeschichte, während der gesamten Schwangerschaft und im Wochenbett eine Prophylaxe mit Heparinen bekommen. Erblich belastete Schwangere ohne vorangegangene Thromboembolien können sich in der Regel auf das Tragen von Kompressionsstrümpfen beschränken.
Das Infozentrum für Prävention und Früherkennung (IPF) hat zu diesem Thema die beiden Faltblätter ?Thrombose und Thrombophilie? sowie ?Reisethrombose ? Ein wenig bekanntes Risiko? herausgegeben. Sie können kostenlos beim Infozentrum für Prävention und Früherkennung (IPF), Postfach 160434, 60067 Frankfurt am Main angefordert oder im Internet unter www.vorsorge-online.de heruntergeladen werden.








