Sekt oder Selters
Kinderwunsch und Alkohol sind unvereinbar
Nach den Ergebnissen einer großen australischen Studie lag der Apgar-Index zur Vitalitätsbestimmung fünf Minuten nach der Geburt bei Babys, deren Mütter während der Schwangerschaft Alkohol tranken, signifikant unter dem Normwert. Auch kamen diese Babys überdurchschnittlich häufig mit einem zu geringen Geburtsgewicht zur Welt.
Nach den Angaben von Dr. Lucy Burns, National Drug and Alcohol Centre, Sydney, Australien, hatten diese Frauen bereits mehrere Schwangerschaften hinter sich, rauchten überdurchschnittlich häufig und waren seltener privat krankenversichert. Alkoholismus bei schwangeren Frauen sollte nicht nur als gesundheitliches Problem, sondern als staatliche und gesellschaftliche Herausforderung angesehen werden, so Burns.
In ihrer Studie wurden die Daten von 416.834 Frauen analysiert, die während der Schwangerschaft stationär behandelt werden mussten. 342 alkoholismusbedingte Aufnahmen wurden registriert. Die Babys dieser Frauen zeichneten sich durch einen erniedrigten Apgar-Index aus ein Punktesystem, das den Allgemeinzustand, Puls, die Ansprechbarkeit, Muskelaktivität und Atemleistung fünf Minuten nach der Geburt beurteilt.
Aufklärung über Alkoholmissbrauch ist nötig
30 Prozent der Babys in der Alkohol-Gruppe kamen untergewichtig zur Welt sowie 16 Prozent als Frühchen" (normal: 10 Prozent vs. 6 Prozent). Auch mussten die Neugeborenen überdurchschnittlich häufig per Kaiserschnitt entbunden werden.
Frauen mit Kinderwunsch sollten bereits im Vorfeld der Schwangerschaft auf die Risiken durch Alkoholmissbrauch informiert werden, forderte Dr. Janet Harkin, Wayne State University, Detroit. Oft sprechen schwangere Frauen aus Scham oder Angst vor Konsequenzen nicht über ihr Alkoholproblem. Burns empfiehlt ein routinemäßiges Screening auf alkoholbedingte Probleme bei schwangeren Frauen seitens der Haus- und Klinikärzte sowie eine adäquate Nachbetreuung.








