
Vater werden
Schwanger: Wie Männer diese Zeit erleben
Die Nachricht "Du wirst Vater" löst bei vielen Männern zwiespältige Gefühle aus: Sie sind stolz, Papa zu werden, aber die neue Rolle löst auch Angst aus. Die Veränderungen, die sich im Körper ihrer Partnerin vollziehen, können sie nicht nachempfinden. Auch der Sex ändert sich oder liegt sogar ganz brach. Die Folge: Viele Männer kommen nur langsam mit der neuen Situation klar.
Männer fühlen sich oft ausgeschlossen
Vielen Männern fällt es schwer nachzuvollziehen, was am Anfang der Schwangerschaft in der Frau vorgeht, welche körperlichen und seelischen Veränderungen sie durchmacht. Bevor er ganz direkt sein Baby spürt, wird der Mann von der Frau vielleicht mit Übelkeit, empfindlichen Brüsten oder anderen Beschwerden konfrontiert. Viele Frauen ziehen sich in den ersten Schwangerschaftswochen eher zurück, weil sie sich selbst erst auf ihre "anderen Umstände" einstellen müssen. Das heißt aber nicht, dass sie auf Zärtlichkeiten und Nähe verzichten wollen.
Ultraschallbilder erleichtern den Zugang zum Kind
Ein aufregendes Erlebnis für viele werdende Eltern ist die erste Ultraschalluntersuchung. Vor allem Männern, von den körperlichen Veränderungen der Schwangerschaft ausgeschlossen, erleichtert die neue Technik den Zugang zum Kind. Zusammen mit den Herztönen sind die Bilder der sichtbare Beweis, dass das Baby wirklich existiert.
Richtig greifbar wird die Schwangerschaft auch für die Väter in den letzten Monaten vor der Geburt. Dann tritt und boxt das Ungeborene so stark gegen die Bauchdecke, dass die Bewegungen von außen gut zu spüren sind. Männer fasziniert es immer wieder, wenn das Baby "anklopft" oder sich plötzlich ganz still verhält, sobald sie die Hand auf den Bauch legen. Manche Väter spielen oder singen ihrem ungeborenen Baby regelmäßig ein Schlaflied vor.
Der Sex während einer Schwangerschaft verändert sich
Männer haben oft Angst, das Ungeborene beim Geschlechtsverkehr zu verletzen. Sie sorgen sich, durch den eigenen Orgasmus oder ihr Ejakulat eine Frühgeburt oder Wehen auszulösen. Manche Männer befürchten auch, dass ihr Penis keinen Raum mehr in der Scheide hat. Andere haben das Gefühl, nicht mehr allein mit ihrer Partnerin zu sein.
Wenn der Arzt bei seinen regelmäßigen Untersuchungen keine Risiken feststellt, sind diese Ängste unbegründet. Der Penis berührt das Ungeborene nicht, Fruchtblase und Fruchtwasser und das weiche Gewebe des Gebärmutterhalses sind ein gutes Schutzpolster. Auch die Muskelkontraktionen beim Orgasmus können keine Wehen auslösen. Bestimmte Hormone im Sperma können erst kurz vor der Geburt dazu führen, die Geburt voranzutreiben. Grundsätzlich erfordert die Schwangerschaft keine Einschränkung des sexuellen Lebens: Das körperliche und seelische Wohlergehen des Kindes ist beim Geschlechtsverkehr nicht gefährdet.
Geburtsvorbereitung für werdende Papas
In den letzten Wochen vor der Entbindung ist es auch für werdende Väter Zeit, einen Geburtsvorbereitungskurs zu besuchen. Ihre Fragen und Gefühle werden dort genauso ernst genommen wie die ihrer Partnerin. Außerdem lernen sie, welche Massagen die Schmerzen ihrer Frau lindern und mit welcher Atemtechnik die Wehen erträglicher sind.
Krisen während der Schwangerschaft meistern
Offenheit und Vertrauen sind das, was Paare, die Eltern werden, am meisten brauchen. Wer offen ist und zu sich steht, muss allerdings auch tolerant und kompromissbereit sein: Keiner darf den anderen und seine Gefühle abwerten, jeder sollte auch etwas für den anderen tun. Wenn sie keinen Verkehr mag, kann sie ihn auch auf andere Art befriedigen und wenn sie lieber gestreichelt werden will, muss er eben auf "echten Sex" verzichten.
Viele Paare erleben so eine neue Art von Sexualität in der Schwangerschaft. Selbst Paare, die bislang wenig einfallsreich im Punkte Liebesleben waren, sind gezwungen, neue Stellungen auszuprobieren, denn irgendwann ist der Bauch einfach im Weg. Das Überwinden dieser Hürden kann auch für die Zeit nach der Geburt eine Bereicherung sein.










