Präeklampsie
Schwangerschaftsvergiftung womöglich bald therapierbar
Forschern aus Köln ist es gelungen, ein neues Verfahren zu entwickeln, mit dem die sogenannte Schwangerschaftsvergiftung (Präeklampsie) behandelt werden kann.
Präeklampsie ist eine Erkrankung, die nur in der Schwangerschaft auftritt. Die betroffenen Frauen zeigen vor allem nach der 20. Schwangerschaftswoche erhöhten Blutdruck, vermehrte Eiweißausscheidung im Urin und Wassereinlagerungen. Bei schweren Verlaufsformen kann es darüber hinaus auch zu Komplikationen wie akutem Nierenversagen, Hirnödemen, Thrombosen, Blutungen und Plazentainsuffizienz kommen. Die Präeklampsie ist somit für Mutter und Kind gefährlich.
Bislang wurden Schwangere mit Präeklampsie mit leicht dosierten Blutdrucksenkern behandelt und bei schweren Verläufen über Wochen im Krankenhaus überwacht. Häufig blieb dennoch nur der Kaiserschnitt, um Mutter und Kind zu retten. Das Risiko, dass das Kind die vorzeitige Geburt nicht oder nur schwer behindert übersteht, lag dabei bei bis zu 80 Prozent.
Wissenschaftlern der Uniklinik Köln unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas Benzing und Prof. Dr. Peter Mallmann haben nun in Zusammenarbeit mit Forschern der Harvard Medical School aus Boston einen vielversprechenden Therapieansatz entwickelt. Der Entwicklung war die Beobachtung vorausgegangen, dass Schwangere mit Präeklampsie ein Eiweiß bilden, das die Erkrankung fördert. Frauen, die einen erhöhten Spiegel dieses Proteins aufwiesen, hatten ein doppelt so hohes Risiko, an Präeklampsie zu erkranken.
Den Forschern ist es gelungen, den Protein-Spiegel durch eine Blutwäsche zu reduzieren. Prof. Peter Mallmann zeigt sich zuversichtlich und erläutert: "Selbst wenn unsere Therapieform nicht dazu beiträgt, einen völlig normalen Schwangerschaftsverlauf zu erreichen, so kann das Kind trotzdem länger im Bauch bleiben. Für die Entwicklung des Fötus sind das entscheidende Tage und Wochen."








