Diabetes in der Schwangerschaft

Ärztliche Betreuung schützt

Im Falle einer Diabeteserkrankung gewährleistet eine engmaschige Betreuung eine exakte Stoffwechseleinstellung und schützt die Gesundheit von Mutter und Kind.

Immer mehr schwangere Frauen bringen heute zu viel auf die Waage und bewegen sich zu wenig. Deshalb wundert es nicht, dass auch die Zahl der Schwangeren mit Stoffwechselerkrankungen stetig steigt. Eine physiologische Insulinresistenz und damit einhergehende zu hohe Glukosewerte im ersten Schwangerschaftsdrittel erhöhen jedoch das Risiko eines Aborts und begünstigt Fehlbildungen des Ungeborenen. Auch im späteren Verlauf der Schwangerschaft stellt ein Diabetes eine Gesundheitsgefährdung für das Kind und auch die Mutter dar. Eine intensive Betreuung durch einen erfahrenen Gynäkologen und Hausarzt kann die Gesundheitsrisiken deutlich reduzieren.

Dr. Ute Schäfer-Graf vom Diabeteszentrum für Schwangere des St. Joseph Krankenhauses in Berlin erläutert, dass gerade Frauen, die schon vor der Schwangerschaft an einem Diabetes Typ 1 oder 2 erkrankt sind, engmaschig und interdisziplinär von einem erfahrenen Ärzteteam und gegebenenfalls von einem Diabetologen betreut werden sollten. Nur so kann gewährleistet werden, dass der Blutzucker richtig eingestellt ist. Außerdem müssen Schwangere aufgrund mangelnder kontrollierter Langzeitstudien von lang wirksamen auf kurz wirksame Insulinanaloga wie etwa Insulinaspart und Insulinlispro umgestellt werden.

Generell sollten laut Schäfer-Graf alle Frauen mit Diabetes in der Schwangerschaft mindestens alle zwei Wochen diabetologisch untersucht werden, damit die Insulindosierung auch kurzfristig angepasst werden kann. Hierbei sollte gerade auf den postprandialen Blutzucker (gemessen zwei Stunden nach einer Mahlzeit) ein Auge geworfen werden. Der HbA1c-Wert wird während der Schwangerschaft alle vier bis sechs Wochen bestimmt und soll im Referenzbereich für Gesunde liegen. Für Frauen mit reinem Gestationsdiabetes stehen zudem neben der Schulung in Sachen Blutzuckerselbstkontrolle auch eine Ernährungsberatung und regelmäßige körperliche Bewegung wie etwa Ausdauersport auf dem Programm.


Quelle: PD Dr. Ute Schäfer-Graf, MMW-Fortschritt Medizin Nr. 17 / 2010 (152. Jg.): Engmaschige Betreuung schützt Mutter und Kind
Autor: Sibylle Fünfstück
Stand: May 20, 2010


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