Studie
Schwanger im Sommer, seltener MS bei Kindern
Bekommen Schwangere bald die Empfehlung, im ersten Trimenon Vitamin D einzunehmen? Darüber spekulieren australische Forscher, die einen Vitamin-D-Mangel in der Frühschwangerschaft als Risikofaktor für Multiple Sklerose (MS) ermittelten.
MELBOURNE. Schon länger ist bekannt: Je weiter man sich vom Äquator entfernt, um so häufiger tritt Multiple Sklerose (MS) auf. So nimmt auf der Nordhalbkugel die Prävalenz nach Norden hin zu, auf der Südhalbkugel umgekehrt nach Süden hin. Zusätzlich gibt es einen Zusammenhang mit dem Geburtsmonat: In Europa erkranken Menschen, die im Mai oder Juni zur Welt kommen, gehäuft an MS.
Forscher aus Melbourne haben beobachtet, dass die UV-Einstrahlung im ersten Schwangerschaftsdrittel hier offenbar von Bedeutung ist (BMJ online). Sie stellten eine reziproke Beziehung fest: Je weniger Sonne die werdende Mutter im ersten Trimenon abbekam, um so größer war die Wahrscheinlichkeit beim Kind, später an MS zu erkranken. So besteht in Australien ein Erkrankungsgipfel für November und Dezember: Kinder, die in diesen Monaten zur Welt kamen, hatten ein um 34 Prozent höheres MS-Risiko als im Mai oder Juni Geborene. Denn deren erstes Trimenon fiel ja in den australischen Hochsommer.
Für ihre Studie hatten die Forscher die Daten von 1524 MS-Patienten der Jahrgänge 1920 bis 1950 bewertet. Zudem hatten sie die Stärke der Lichteinstrahlung für die verschiedenen Orte ermittelt. Als Grund, warum sich ein Vitamin-D-Mangel so ungünstig auswirkt, vermuten die Forscher: Vitamin D ist für die Entwicklung des zentralen Nervensystems notwendig, entsprechende Rezeptoren gibt im sowohl im Neuroepithel als auch in den Subventrikeln.








