Schwanger mit 35+
Ultraschall statt Fruchtwasseruntersuchung
Immer mehr Frauen wissen um die Möglichkeiten der neuen Sonografietechniken und verzichten nach einem unauffälligen Befund auf eine Fruchtwasseruntersuchung.
Jede fünfte Schwangere ist über 35 Jahre und fällt somit in die Altersgruppe der werdenden Mütter, denen eine Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese) zur Früherkennung von Fehlbildungen des Fötus empfohlen wird. Wie die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) kürzlich berichtete, ist die Nadel jedoch nicht immer wirklich nötig. Mithilfe modernster Methoden der Sonografie können Experten heute besser beurteilen, in welchen Fällen die Entnahme des Fruchtwassers zu Diagnosezwecken tatsächlich angeraten ist. Den Schwangeren bleiben damit unter Umständen eine medizinische Prozedur erspart, die mit nicht unwesentlichen Risiken einhergehen kann.
Dank der neuen Ultraschalltechniken sind Ärzte in der Lage, das Ungeborene gezielt auf sogenannte „Soft-Marker“ hin zu untersuchen, die auf Chromosomenstörungen wie das Downsyndrom hindeuten können. Mit Hilfe dieser Untersuchung kann der Experte einschätzen, wie wahrscheinlich eine entsprechende Störung ist. Bei einer unauffälligen Sonografie liegt das Risiko für ein Downsyndrom rund 70 Prozent unter dem normalen Altersrisiko. Eine Amniozentese zur genauen Abklärung ist vor allem dann angeraten, wenn die Wahrscheinlichkeit erhöht ist.
Dr. Annegret Geipel, Frauenärztin und Vorstandsmitglied der DEGUM, berichtet in der Fachzeitschrift "Ultraschall in der Medizin", dass immer mehr Frauen von den Möglichkeiten der Sonografie wissen. In einer Studie haben sie und ihre Kollegen beobachten können, dass immerhin 86,7 Prozent der begleiteten Schwangeren im Alter über 35 Jahre nach einem unauffälligen Ultraschallbefund auf eine Fruchtwasseruntersuchung verzichteten. Dr. Geipel vermutet, dass für diese Frauen der normale Befund der Sonografie ein wichtiger und beruhigender Faktor war.








