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Stillen

Manchmal ist das Abpumpen von Muttermilch nötig

In bestimmten Situationen ist das Abpumpen von Muttermilch nötig. Dabei sollten Sie einige Dinge beachten.

Kann die Mutter nicht beim Kind sein, z.B. weil sie womöglich ins Krankenhaus muss, ist es erforderlich, dass Muttermilch abgepumpt wird, wenn das Stillen danach ohne besondere Probleme fortgesetzt bzw. der Milchfluss aufrecht erhalten werden soll. Wenn man das Kind nach der Geburt nicht anlegen kann, sollte man sobald wie möglich mit dem Abpumpen beginnen. Dieses sollte mindestens 6-8 Mal innerhalb von 24 Stunden stattfinden, davon einmal nachts. Um den Milchfluss anzuregen, kann man Folgendes tun: an das Baby denken, etwas trinken, sich fließendes Wasser vorstellen oder laufen lassen, Summen, ein Foto des Babys anschauen, Brust vor dem Abpumpen mit feuchtem, warmem Tuch wärmen, sie während des Abpumpens sanft massieren.

Vorgehen beim Abpumpen

Muttermilch lässt sich am leichtesten mit einer elektrischen Pumpe abpumpen. Tägliches Duschen (nicht Baden) ist die beste Vorbeugung gegen Brustinfektionen. Vor jeder Berührung der Brust waschen Sie unter fließendem Wasser mit Seife sorgfältig die Hände und trocknen sich anschließend mit einem täglich frischen Handtuch ab, das Sie nur hierfür verwenden. Vor dem Abpumpen sollten Sie auch die Brust unter fließend warmem Wasser waschen. In der Klinik werden die Hände danach desinfiziert, wobei die Handgelenke mit einbezogen werden. Wenn Ihr Kind auf der Neugeborenenstation liegt und besonders empfindlich ist, sollten Sie die Brust anschließend mit einer sterilen Kompresse und sterilem Wasser reinigen. Zu Hause genügt abgekochtes Wasser und ein Einmalwaschlappen.

Lieber häufiger und dafür kürzer abpumpen

Setzen Sie sich jetzt bequem hin und achten Sie darauf, dass Ihre Kleidung nicht die Brust berührt. Die ersten Tropfen Muttermilch (etwa ein Teelöffel voll) sollten mit der Hand abgedrückt und verworfen werden, da sie sehr viele Keime enthalten können. Dann erst soll der Trichter angesetzt werden. Wählen Sie den niedrigsten Sog der Pumpe, achten Sie darauf, dass die Brustwarze in die Mitte des Trichters zeigt und nicht an der Trichterwand wundgerieben wird. Pumpen Sie anfangs alle 3-4 Stunden mit einem Doppelabpumpset insgesamt 15 Minuten. Es ist effektiver, häufiger abzupumpen als die einzelne Pumpzeit zu verlängern. Ein Doppelpumpset steigert die Milchproduktion und spart Zeit. Die letzten Milchtropfen auf der Brust sind als Hautschutz wichtig. Sie können sie antrocknen lassen. Bedenken Sie auch, dass Muttermilch kostbar ist. Sie sollten auch kleinste Mengen aufheben.

Danach Pumpe säubern, Milch kühl stellen

Säubern Sie nach jedem Abpumpvorgang das Pumpset und kochen Sie es aus. Gießen Sie die Milch in eine Flasche, die Sie mit Namen, Datum und Uhrzeit versehen und stellen Sie diese sofort in den Kühlschrank, am besten an die kälteste Stelle (meistens Hinterwand, nicht Kühlschranktür). Für den Transport benutzen Sie bitte eine Kühltasche. Ist der Transport in nächster Zeit nicht möglich, müssen Sie die Milch für den späteren Hausgebrauch einfrieren. In der Klinik werden die Portionen nicht zusammengeschüttet. Zu Hause können Sie jedoch frische, abgekühlte Milch auf eine gekühlte oder schon eingefrorene Portion aufbringen. An der kältesten Stelle des Kühlschrankes hält sich abgepumpte Muttermilch etwa 48 Stunden, im 4-Sterne-Gefrierschrank bis zu sechs Monate.


Autor: Prof. Joachim W. Dudenhausen und Prof. Dr. med. Renate Bergmann
Stand: Jul 25, 2007


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