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Veränderungen der Organe

Auch Blase, Magen und Darm sind betroffen

Während der Schwangerschaft verändern sich die Organfunktionen. Unangenehme Begleiterscheinungen können auftreten.

Eine Schwangerschaft bedeutet für den mütterlichen Körper eine enorme Anpassungsleistung und zugleich auch Ausnahmesituation. Die Organfunktionen ändern sich unter dem Einfluss der „Schwangerschaftshormone". Auch das Baby benötigt besonders am Ende der Schwangerschaft viel Platz, was wiederum das Funktionieren bestimmter Organe wie Magen, Darm und Blase beeinträchtigen kann.

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Schwangere sind anfällig für Blasenentzündungen

Durch die schwangerschaftsbedingte vermehrte Ausschüttung von Gestagenen (weibliche Hormone) verringert sich die Muskelspannung der Harnleiter. Gleichzeitig werden die Harnleiter durch die schwangere Gebärmutter zusammengedrückt. Dies führt zu verlangsamtem Harnfluss bei gleichzeitiger Stauung des Harns. Dadurch erhöht sich das Risiko für Harnwegsinfekte. Diese müssen auch bei fehlenden Beschwerden (ca. 40% der Harnwegsinfekte bleiben in der Schwangerschaft symptomlos) behandelt werden, da jede Entzündung im Körper das Risiko einer Frühgeburt erhöht.

In der zweiten Schwangerschaftshälfte verringert sich, bedingt durch den tiefer getretenen kindlichen Kopf, das Füllungsvermögen der Harnblase. Der häufige Gang zur Toilette ist daher typisch für Schwangere.

Im Verdauungstrakt spielt’s manchmal verrückt

Ein vermehrter Speichelfluss und eine vermehrte Magensaftsekretion sind charakteristische Veränderungen in der Schwangerschaft. Letztere führt besonders in Verbindung mit zunehmender Schwäche des Magenverschlussapparates und des Magenhochstandes am Ende der Schwangerschaft zum häufigen Auftreten von Sodbrennen, das mit säurebindenden Maßnahmen (z.B. Milch trinken) reduziert werden kann. Die Schleimhäute sind oft geschwollen, wodurch in der Nase das Gefühl, verschnupft zu sein, entstehen kann. Im Mundbereich kann die Schleimhautschwellung zu Zahnfleischbluten führen. Die hormonell bedingte relative Erschlaffung des Darmes begünstigt Verstopfungen.


Autor: Prof. Dr. Karl-Theo Maria Schneider
Stand: Apr 30, 2008


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